Flexible Spurtrennung auf Autobahn bei Hamminkeln

02:45 Min. Verfügbar bis 06.09.2024

Pilotbetrieb: Flexible Spurtrennung auf A3 bei Hamminkeln

Stand: 06.09.2023, 18:02 Uhr

Eine neue Wechselanlage soll helfen, Baustellen-Staus auf der A3 bei Hamminkeln klein zu halten. Dabei wird eine Fahrspur je nach Verkehrslage für die eine oder andere Richtung frei gegeben – und zwar vollautomatisch.

Von Michael Jung

Eine Drohnenaufnahme von der A3: Man sieht zwei LKW und einige Bauarbeiter, die Spuren sind gelb markiert.

Laut Autobahn GmbH ist es die erste Anlage dieser Art in NRW und bundesweit die größte. Seit Sonntag ist die Wechselanlage im Pilotbetrieb aktiv. "Noch fehlen genaue Zahlen – aber die erste Auswertung zeigt: Die Berufsverkehr-Staus sind kleiner geworden", sagt Roland Nolte von der Autobahn GmbH Rheinland.

Die A3 zwischen Emmerich und Oberhausen sei für den Test besonders geeignet, weil sie eine klassische Pendler-Autobahn sei. 1,3 Millionen Euro investiert die Autobahngesellschaft in die Verkehrsführung an der Baustelle.

Kameras analysieren den Verkehr

An der vier Kilometer langen Engstelle wird der Verkehr komplett über eine Seite der Autobahn geführt – mit je einer Spur pro Richtung. Dazwischen liegt die flexibel nutzbare dritte Spur. Das System besteht aus einer Kombination von Leuchttafeln, Schranken und beweglichen Leitplanken.

Im Vordergrund sieht man die getrennten Spuren, die Fahrbahn ist gelb markiert. Am Rand der Fahrbahn stehen mehrere Schraffenbaken, im Hintergrund sind einige Fahrzeuge.

Menschliche Eingriffe seien bei der neuen Anlage nicht erforderlich.

Kameras analysieren den Verkehr in beide Richtungen. Ist er länger als fünf Minuten in eine Richtung deutlich dichter als in die andere, wird für diese Strecke die zweite Spur freigegeben.

System erkennt auch liegengebliebene Fahrzeuge

Dabei werden am Anfang und Ende der Baustelle 35 Meter lange Barrieren hydraulisch angehoben, wie eine Eisenbahnweiche zur Seite geschoben und mit einem Bolzen wieder im Boden verankert. Vor dem Richtungswechsel prüft das System mithilfe der Kameras, ob sich noch Autos in der Trasse befinden. "Das System erkennt auch stehende Fahrzeuge, die zum Beispiel liegengeblieben sind", erklärt Projektleiter Erdal Zorlu von der Autobahn GmbH.

Ergebnisse im November

Verläuft der Test erfolgreich, könnten solche Wechselanlagen künftig auch auf anderen Autobahnen in NRW den Verkehr steuern. "Vorausgesetzt wir haben genügend Platz für eine dritte Spur", so Autobahn GmbH-Sprecher Roland Nolte. Die Baustelle an der A3 in Hamminkeln soll im November abgeschlossen sein. Dann wird auch der Erfolg der Wechselanlage bewertet.

Über dieses Thema berichten wir auch in der Lokalzeit Duisburg im WDR Fernsehen um 19:30 Uhr.

Weitere Themen