Erzbistum Köln: Ausgaben steigen schneller als Einnahmen

Erzbistum Köln: Ausgaben steigen schneller als Einnahmen

Von Frank Piotrowski

  • Hohe Finanzkraft- trotzdem Sorgen um die Zukunft
  • Immer weniger Katholiken
  • Immobilien kosten viel Geld

Das Erzbistum Köln sorgt sich um seine finanzielle Zukunft und das trotz rekordverdächtiger Einnahmen bei den Kirchensteuern. Das geht aus dem aktuellen Finanzbericht vor, den das Erzbistum am Donnerstag (19.09.2019) vorgestellt hat.

Einer Studie zufolge wird sich die Zahl der Katholiken bis 2040 im Rheinland halbieren. Damit sinken auch in erheblichem Maß die Kirchensteuern. Noch ist die Kirche aber sehr finanzstark. Das Eigenkapital beträgt 67 Prozent.

Erzbistum organisiert sich neu

Jahresbericht Erzbistum Köln

Generalvikar Markus Hofmann und Finanzdirektor Gordon Sobbeck

Neben langfristig sinkenden Einnahmen stellt sich das Erzbistum auf weiter steigende Kosten ein, unter anderem für Mitarbeiter. Bis 2030 möchte sich das Erzbistum komplett neu erfinden. Die Gemeindearbeit und caritative Tätigkeiten werden neu definiert und an die schrumpfende Zahl von Pfarrern und Gemeindemitgliedern angepasst. Die Verwaltung wird modernisiert und in Zukunft auch verschlankt.

Über 4.000 Immobilien

Ein großer Teil des Reichtums der Kirche steckt in den 4.600 Immobilien, die die Gemeinden im Erzbistum Köln besitzen. Darunter sind 1.200 Kirchen, aber nicht der Dom. Der gehört sich als Körperschaft des öffentlichen Rechts selbst und steht mit nur 27 Euro in den Büchern. Kleinere Kirchen in einigen Gemeinden werden in Zukunft aber vielleicht nicht mehr zu erhalten sein. Sie kosten viel Geld im Unterhalt und werden inzwischen auch nicht immer für die Gemeindearbeit benötigt. In den kommenden zwei Jahren will das Erzbistum jedes Gebäude bewerten und gucken, welche Kosten es verursacht.

Stand: 19.09.2019, 14:37

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