Suche nach Weltkriegsbomben wird zuverlässiger

Eine 500-Kilo-Bombe liegt in einem Graben einer Baustelle.

Suche nach Weltkriegsbomben wird zuverlässiger

  • Neues Verfahren zur Suche nach Kampfmitteln
  • Neutronen können Sprengstoff aufspüren
  • Weniger Risiko für Einsatzkräfte

Das Auffinden alter Weltkriegsbomben könnte künftig einfacher werden. Forscher der Fachhochschule Aachen haben dazu ein neues Verfahren entwickelt. Dabei sollen Neutronen den verborgenen Sprengstoff aufspüren. Das Verfahren kann weltweit eingesetzt werden, sagte ein Sprecher der Fachhochschule am Donnerstag (25.10.2018).

Blindgänger besser aufspüren

Auch mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lauern im Boden immer noch Gefahren durch alte Bomben und Granaten. Wenn etwa im Zuge eines Bauprojekts verdächtige Gegenstände geortet werden, läuft eine aufwändige Prozedur zur Kampfmittelräumung ab - auch wenn es sich gar nicht um einen Blindgänger, sondern nur um Metallschrott handelt.

Eisenstange statt Fliegerbombe

Bauarbeiter zeigt Eisenstangenfund

Erst im September 2017 war unter der A1 bei Leverkusen eine Fliegerbombe vermutet worden. Die Autobahn wurde weiträumig gesperrt, dann wurde gegraben. Gefunden wurde letztlich aber nur eine alte Eisenstange.

Messsonde und Detektor im Einsatz

Mit Hilfe von Neutronenstrahlung könnte man die Suche bald verfeinern. Denn: Damit können explosive Stoffe berührungsfrei tief im Boden geortet werden. Dabei wird eine Messsonde in ein Bohrloch hinab gelassen. Diese sendet Neutronen aus. Wenn diese Neutronen lediglich auf Metall stoßen, senden sie eine andere Strahlung zurück, als wenn sie auf ein Kampfmittel treffen. Diese veränderte Strahlung wird durch einen Detektor gemessen, der sich in einem zweiten Bohrloch befindet, erklärt Arnd Gottschalk, Sprecher der FH Aachen.

Millionenförderung vom Bund

Jedes Jahr werden laut FH Aachen in Deutschland rund 5.500 Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Durch die neue Methode gibt es auch weniger Risiken für Einsatzkräfte.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Million Euro gefördert. Ein erstes Demonstrationsgerät soll im ersten Halbjahr 2019 fertig werden.

Stand: 26.10.2018, 08:44