Feuerwehr zu laut? Mettmanner drohen mit Anzeige

Feuerwehr zu laut? Mettmanner drohen mit Anzeige

  • Feuerwehr Mettmann zum Einsatz gerufen
  • Zwei Beschwerden über zu laute Sirene
  • Innenminister Reul äußert sich

Unbekannte haben in einer anonymen E-Mail der Feuerwehr Mettmann mit einer Anzeige wegen Körperverletzung gedroht, weil die Rettungskräfte am Freitagabend (19.07.2019) mit Martinshorn zu einem Feueralarm gefahren waren.

In der E-Mail, die die Feuerwehr am Wochenende auch auf Facebook veröffentlichte, heißt es: Wenn "jetzt noch ein einziges Mal die Einsatzfahrzeuge in der lautesten Sirenenfrequenz durch die Innenstadt fahren (...), erstatten wir in Wohngemeinschaft von den betreffenden Bewohnern Anzeige wegen Körperverletzung."

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In dem anonymen Schreiben werden die Rettungskräfte als "Wilde" beschrieben, unterschrieben ist die Nachricht mit "die kranken Anwohner". Daneben ging eine zweite Beschwerde-Mail ein, die allerdings von einem namentlichen Account zugestellt wurde. Ob die beiden Schreiben im Zusammenhang stehen, konnte die Feuerwehr nicht sagen.

Zu dem Einsatz wurde die Feuerwehr am Freitagabend wegen eines mutmaßlichen Hochhausbrands gerufen, der sich letztlich als angebranntes Essen herausstellte.

Beschwerden seien kein Einzelfall

Solche Beschwerde-Mails sind laut Deutscher Feuerwehr-Gewerkschaft kein Einzelfall: "So etwas gibt es leider immer wieder." Auf dem Weg zu dringenden Einsätzen müsse aber eigentlich immer das Martinshorn eingeschaltet werden.

"Dabei sollte jeder, der sich beschwert, mal daran denken, dass er vielleicht auch mal Hilfe braucht - und dann sollen wir auch schnell da sein", sagte der stellvertrende Landesvorsitzende Andreas Jedamzik am Montag (22.07.2019).

Innenminister Herbert Reul betonte ebenfalls am Montag, dass es klare Regeln gebe, wann die Feuerwehr Blaulicht und Martinshorn einsetzen darf: "Da geht es oft um Menschenleben und immer um die Abwendung höchster Gefahr. [...] Im konkreten Fall waren Martinshorn und Blaulicht rechtmäßig."

Stand: 22.07.2019, 21:17

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