Belgische Atombehörde verspricht mehr Transparenz

Frank Hardeman

Belgische Atombehörde verspricht mehr Transparenz

  • Neue Leitung der belgischen Atomaufsicht
  • Mehr Infos für die Öffentlichkeit
  • Viele Reaktoren außer Betrieb

Die belgische Atombehörde Fanc will angesichts der pannenanfälligen Atomreaktoren und öffentlicher Verunsicherung künftig offensiver kommunizieren. Man werde nicht mehr nur sicherheitsrelevante Vorkommnisse in Atomkraftwerken mitteilen, sagte Generaldirektor Frank Hardeman am Mittwoch (10.10.2018) in Brüssel.

Stattdessen kündigte er eine "proaktive Kommunikation" an. Zudem sollte enger mit den zuständigen ausländischen Behörden zusammengearbeitet werden. Gleichzeitig warb er um Vertrauen in die Technik der Reaktoren. Speziell in Nordrhein-Westfalen sorgen sich Bürger und Politik seit Jahren angesichts des maroden Zustands der grenznahen Meiler Tihange 2 und Doel 3. Tihange ist nur rund 65 Kilometer von Aachen entfernt, Doel 140.

Tihange - kein Risiko solange nix passiert

WDR 2 Zugabe - Beiträge | 13.04.2018 | 02:29 Min.

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Hardeman: Doel 3 und Tihange 2 "sicher"

Aussicht von einer Anhöhe auf die Türme des Atomkraftwerks Tihange in Belgien

Atomkraftwerk Tihange

Die beiden wegen zahlloser Risse berüchtigten Atomkraftwerke bezeichnete Hardeman ausdrücklich als "sicher". Hardeman leitet die Atomaufsicht seit Mai. Er betonte, er wolle die Arbeit seiner Vorgänger weiterführen. Seiner Behörde war in der Vergangenheit eine zu große Nähe zur Atomlobby vorgeworfen worden.

Fünf Akw außer Betrieb

Derzeit sind in Belgien fünf von sieben Atommeilern unter anderem wegen maroden Betons zur Wartung abgeschaltet. Am kommenden Wochenende soll ein weiterer folgen. Hardeman betonte in diesem Zusammenhang die Unabhängigkeit seiner Behörde. Entscheidungen würden ohne Rücksicht auf Politik oder Wirtschaft getroffen.

Tihange: "Weitere Laufzeit unverantwortbar"

WDR 5 Morgenecho - Interview | 13.04.2018 | 05:32 Min.

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Stand: 10.10.2018, 18:33