Prozessbeginn gegen falschen Pfleger in Bonn

Der Angeklagte falsche Pfleger versteckt sein Gesicht hinter eine Kappe.

Prozessbeginn gegen falschen Pfleger in Bonn

Von Ulrike Schödel

  • Anklage wegen Betrug, Urkundenfälschung und Insolvenzverschleppung
  • Angeklagter kassierte zu Unrecht 1,8 Mio. Euro
  • Betrug unter falscher Identität in Norddeutschland fortgeführt

Vor dem Bonner Landgericht muss sich seit Mittwoch (04.12.2019) der ehemalige Inhaber eines ambulanten Pflegedienstes mit Sitz in Hennef verantworten. Er ist wegen gewerbsmäßigem Betrug, Urkundenfälschung und Insolvenzverschleppung angeklagt.

Mit gefälschter Ausbildungsurkunde 1,8 Mio. Euro kassiert

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte in den Jahren 2015 bis 2017 den Intensivpflegedienst gegründet und mit 78 Mitarbeitern geführt haben; dabei soll er mit Hilfe einer gefälschten Urkunde vorgegeben haben, dass er eine Ausbildung zum qualifizierten Krankenpfleger hat. Tatsächlich soll er eine solche Ausbildung nicht gemacht haben.

Diese Urkunde, eine beglaubigte Kopie der Hamburger Gesundheitsbehörde, hatte er zur Abrechnung seiner angeblichen Pflegedienst-Leistungen bei verschiedenen Krankenkassen vorgelegt und soll hierdurch über 1,8 Millionen Euro zu Unrecht kassiert haben.

Angeklagter war bereits 2017 in Untersuchungshaft

Im Sommer 2017 flog der Fall des falschen Pflegers auf, er kam in Untersuchungshaft. Kurz darauf jedoch wurde der Haftbefehl aufgehoben. Der Angeklagte soll anschließend nach Norddeutschland gezogen sein und sein Geschäft dort mit falscher Identität weiter betrieben haben. Seit Juli 2019 sitzt er erneut in Untersuchungshaft.  

Stand: 04.12.2019, 17:09