Falsche Polizisten auf A3 rauben 15.000 Euro

Raststätte Siegburg an der A3

Falsche Polizisten auf A3 rauben 15.000 Euro

  • Täter nutzen Zivilfahrzeuge
  • Kontrolle nach Drogen und Falschgeld
  • Ein Opfer wird angefahren

Bei Siegburg haben falsche Polizisten am Dienstag (20.08.2019) 15.000 Euro geraubt. Die Täter hielten einen Wagen an, kontrollierten ihn auf angebliches Falschgeld und entrissen dem Fahrer Bargeld.

Mit Handzeichen hatten die Täter um kurz nach Mitternacht auf der A3 bei Siegburg einen Kleinbus mit Anhänger aus der Ukraine zum Anhalten genötigt. Sie gaben sich in ihrem privaten Pkw als Zivilfahnder der Polizei aus. Kurz vor der Raststätte Siegburg hatten sie den Kleinbus mit Anhänger auf offener Strecke auf dem Standstreifen der Autobahn angehalten.

In dem Wagen saßen Studenten aus der Ukraine - sie arbeiten zur Zeit in Deutschland auf Mittelaltermärkten.

Einer der Täter trat von hinten an das Auto der Ukrainer und kontrollierte die drei Insassen auf Drogen. Danach fragte er auch nach Falschgeld. Als die Ukrainer ihr Geld vorzeigten, riss der falsche Polizist 15.000 Euro an sich und rannte zum Auto zurück.

Opfer versuchte, Täterauto aufzuhalten

Jetzt erkannten die Ukrainer, zwei Männer und eine Frau, dass sie Opfer eines Raubüberfalls geworden waren. Einer der Männer rannte noch zum Auto der Täter, das hinter ihrem Gespann stand. Er versuchte, den Wagen am Wegfahren zu hindern. Der Mann am Steuer gab aber rücksichtslos Gas, sodass der Ukrainer angefahren und auf den Boden geschleudert wurde. Er musste später in einem Krankenhaus behandelt werden.

 Fahndung aussichtslos

Danach fuhren die Beraubten zur Raststätte Siegburg West und riefen von dort aus die Polizei zur Hilfe. Eine Fahndung löste die Polizei da nicht mehr aus. Der Vorsprung der Flüchtigen auf der Autobahn in Richtung Frankfurt war schon zu groß. Außerdem konnten die Opfer nur sehr vage Angaben zum Aussehen der drei Männer und zu deren Auto machen.

 Autobahnraub nimmt zu

Die Masche, im Rheinland als falsche Polizisten Autofahrer auszurauben, nimmt offenbar zu. Das bestätigte ein Polizeisprecher dem WDR. Gerade auch Ausländer seien immer wieder die Opfer. Vermutlich suchen die Täter gezielt nach ihnen, weil sie davon ausgehen, dass die nicht mit Polizeikontrollen in Deutschland vertraut sind.

Erst in den vergangenen Wochen haben die Täter auf der A4 bei Frechen eine irakische Familie angehalten. Aus einem Zivilfahrzeug heraus signalisierten sie dem Fahrer mit einer Polizeikelle, auf dem Seitenstreifen anzuhalten. Bei der Kontrolle durchwühlten sie dann das Handschuhfach und eine Handtasche und raubten Bargeld, bevor sie mit ihrem Auto flüchteten.

Ein ähnlicher Fall passierte vor zwei Monaten auf der A61. Dort kam das Opfer aus Italien.

Stand: 20.08.2019, 14:12