Uniklinik Bonn: Nach falscher Krebsdiagnose Magen entfernt

Die Universitätskliniken in Bonn

Uniklinik Bonn: Nach falscher Krebsdiagnose Magen entfernt

Die Bonner Uniklinik zahlt 70.000 Euro Schmerzensgeld an einen Patienten, dem der gesamte Magen nach einer falschen Krebsdiagnose entfernt worden war. Auf diesen Vergleich haben sich die Parteien kurz vor Weihnachten 2019 vor einer Zivilkammer des Bonner Landgerichts geeinigt.

Nach einem unerklärlichen Gewichtsverlust war bei dem 62-Jährigen durch eine Gewebeprobe aus der Magenschleimhaut ein Siegelringkarzinom diagnostiziert worden. Weitere Untersuchungen hatten jedoch keine weiteren Hinweise auf ein Karzinom ergeben. Dennoch wurde die vollständige Magenentfernung beschlossen. Nach der Operation konnte jedoch kein maligner Tumor festgestellt werden.

Seit der Operation ist der Mann in seiner Lebensführung erheblich eingeschränkt. Er wirft der Klinik vor, bei einer so schwerwiegenden Operation keinen zweiten Befund eingeholt zu haben.

Deshalb hatte er die Klinik auf 75.000 Euro Schmerzensgeld sowie Feststellung aller zukünftigen Schäden verklagt. Auch die Kammer kam nach einem medizinischen Gutachten zu dem Ergebnis, dass hier ein eindeutiger Diagnose- und Befunderhebungsfehler vorliegt. Daraufhin erklärte sich die Uniklinik dazu bereit, 70.000 Euro zu zahlen und sämtliche Prozesskosten zu übernehmen.

Stand: 30.12.2019, 14:37

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