Falken vergrämen Tauben am Kölner Dom

Taubenvergrämung: Wüstenbussard am Kölner Dom

Falken vergrämen Tauben am Kölner Dom

Von Celina de Cuveland

  • Greifvögel sollen dicht über Kölner Domplatte kreisen
  • Nur noch wenige Tauben lassen sich auf Dom nieder
  • Zusammenarbeit mit Falkner auch 2020 geplant

Seit einem halben Jahr verscheucht ein Falkner mit seinen Greifvögeln die Tauben am Kölner Dom. Das Projekt zeigt Wirkung. "Es läuft wirklich super", berichtet am Mittwoch (27.11.2019) Jörg Sperner, der als Architekt und Assistent des Dombaumeisters den Falkner betreut. Trotzdem müsse es eine kleine Änderung geben.

Bislang waren die Greifvögel immer von der ersten Plattform des Doms aus gestartet, also gut 100 Meter über der Domplatte losgeflogen. "Wir möchten den Fokus im kommenden Jahr mehr auf den unteren Bereich des Doms legen", sagt Sperner.

Denn da würden sich die Tauben gern niederlassen. Die Greifvögel sollen dann auch von der Domplatte aus losfliegen - ein Spektakel, das auch für Passanten spannend anzusehen ist.

Ein Falkner arbeitet jetzt am Kölner Dom

KiRaKa 10.04.2019 00:45 Min. Verfügbar bis 09.04.2020 KiRaKa

Im Sommer war es zu heiß für die Greifvögel

Mit der bisherigen Arbeit des rheinland-pfälzischen Berufsfalkners Marco Wahl ist die Dombauhütte zufrieden. Es gebe kaum noch Tauben, die sich länger am Dom niederließen.

Ein Wüstenbussard für den Kölner Dom

Falkner Marco Wahl mit Wüstenbussard "Akascha"

Bisher funktioniert das System auf Abruf: Sieht ein Mitarbeiter der Dombauhütte viele Tauben am Dom, wird der Falkner angerufen. Nur im Sommer dieses Jahres gab es eine kleine Zwangspause. Für die Greifvögel war es schlichtweg zu heiß zum Fliegen.

Am Kölner Dom sind ein Lannerfalke namens "Jambo" und drei Wüstenbussarde im Einsatz. Sie kämen mit den Flugbedingungen rund um den Dom gut zurecht, sagt Wahl.

Sperner ist der Wind auf der Domplatte allerdings ein Dorn im Auge: "Wir rufen vormittags den Falkner, wenn der Himmel blau und es windstill ist. Bis er dann hier ist, ist es längst sehr windig. Es gab schon Situationen, in denen musste Herr Wahl unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren."

Geringe Kosten für den Einsatz des Falkners

Zu den genauen Kosten für den Einsatz des Falkners, konnte Sperner sich nicht äußern. "Gefühlt sind es weniger als 5.000 Euro in diesem Jahr gewesen", sagt er. "Das ist nichts." Neben dem Einsatz der Greifvögel überprüft Wahl auch die Nistkästen der Domtauben auf der Nordseite.

Diese sind die einzigen Tauben, die "legal" am Dom brüten dürfen. Ihre Eier ersetzt Wahl durch Gipsattrappen. "Aber die brütenden Tauben verscheuchen wiederum Artgenossen, weil sie sie von ihren Nestern fernhalten wollen", erklärt der Falkner das Vorgehen. Die Zusammenarbeit von Falkner und Dombauhütte zu beenden, ist laut Sperner bisher nicht geplant.

Stand: 27.11.2019, 06:00

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