Bezirksregierung: Bonner Dieselfahrverbote unnötig

Ein Autoauspuff und ein Fahrverbotsschild stehen nebeneinander

Bezirksregierung: Bonner Dieselfahrverbote unnötig

  • Neue Berechnungen der Bezirksregierung
  • Dieselfahrverbote demnach unverhältnismäßig und unnötig
  • Gerichtsentscheidung fällt im Sommer

Die Bezirksregierung hat den Luftreinhalteplan für Bonn überarbeitet und neue Berechnungen mit aufgenommen. Auf 140 Seiten hat sie unterschiedliche Varianten von Fahrverboten durchgespielt.

Sie kommt zu einem klaren Ergebnis: Schon im kommenden Jahr wird nahezu überall in Bonn der Grenzwert für Stickoxide eingehalten und das ganz ohne Fahrverbote.

Diesel-Busse werden umgerüstet

Einzige Ausnahme sei die Reuterstraße, dort wäre die Luft erst 2021 sauber genug. Dort ein Dieselfahrverbot für ein bis zwei Jahre einzurichten, sei unverhältnismäßig.

Die Kölner Bezirksregierung argumentiert, dass ohnehin jedes Jahr ältere Dieselautos von den Straßen verschwinden, weil sich die Besitzer ein neues Fahrzeug zulegen. Außerdem rüsten die Stadtwerke und die RSVG ihre Diesel- Busse um. Schon durch diese Maßnahmen verbessere sich die Luft in Bonn.

Gutachten: Fahrverbote bedeuten mehr Verkehr

Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Verkehrsdezernent Helmut Wiesner begrüßten die Einschätzung der zuständigen Bezirksregierung. Ein Fahrverbot auf einzelnen Strecken würde nach ihrer Überzeugung andere Straßen zum Teil stark belasten.

Ein Ingenieurbüro hat im Auftrag der Stadt Bonn ermittelt, dass sich betroffene Autofahrer Umwege suchen würden. Diese könnten sich auf 170.000 zusätzlich gefahrene Kilometer pro Tag summieren.

Oberverwaltungsgericht entscheidet im Sommer

Zwar hatte das Verwaltungsgericht in Bonn Fahrverbote ab dem 1. April angeordnet. Da das Land NRW aber Berufung eingelegt hat, ist das Urteil nicht rechtskräftig. Nun soll das Oberverwaltungsgericht Münster entscheiden. Die mündliche Verhandlung ist für den 31. Juli angesetzt.

Stand: 08.03.2019, 16:10