Facebook-Party in Wuppertal: Das Phänomen hält an

Eine Lupe wird auf das Facebook Logo gehalten

Facebook-Party in Wuppertal: Das Phänomen hält an

  • Polizei löst Facebook-Party in Wuppertal auf
  • Warum Facebook-Partys eskalieren - ein Blick zurück
  • Wer für Polizeieinsätze zahlt und wie man sich schützt

Das Phänomen eskalierender Facebook-Partys schien zuletzt kaum noch verbreitet zu sein. Mittlerweile sind vielen Veranstaltern die Gefahren bekannt und wie man sich davor schützen kann.

Trotzdem passiert es noch: Partys werden ungewollt zur Massenaufläufen, es kommt zu Auseinandersetzungen und Polizeieinsätzen. Auch in der Nacht zur Sonntag (26.01.2020) lief eine Facebook-Party in Wuppertal aus dem Ruder.

Wie kommt es, dass Facebook-Partys eskalieren?

Facebook-Party - das bedeutet, dass die Feier über das soziale Netzwerk angekündigt wird. Das ist praktisch, weil man mit wenigen Mausklicks viele Menschen erreichen kann - allerdings auch ungebetene Gäste.

Auf diese Weise gelangte im Juni 2011 in Hamburg Thessa K. zu plötzlicher Berühmtheit. Die Schülerin wollte im kleinen Kreis Geburtstag feiern und lud dazu öffentlich über Facebook ein. Es kam zum Massenauflauf.

Warum die Facebook-Party in Wuppertal in der Nacht zu Sonntag (26.01.2020) aus dem Ruder lief, ist im Detail noch unklar. Fest steht: Laut Polizei lösten die Einsatzkräfte die Party nach Pöbeleien und Geschubse auf.

Wie häufig eskalieren solche Partys?

Zahlen gibt es keine. Nach dem Fall in Hamburg folgten viele weitere Fälle - auch damals schon in Wuppertal. 2011 kamen 800 Gäste zu einer Straßenparty. Die Stimmung kippte. Die Polizei nahm Dutzende Teilnehmer in Gewahrsam.

Kurz danach sprachen sich mehrere Innenminister der Länder für ein Verbot von Facebook-Partys aus. Die sind zwar immer noch erlaubt. Gemessen an den Polizeiberichten, laufen sie aber offenbar seltener aus dem Ruder.

Wer zahlt für Polizeieinsätze?

Für eine Feier, die eskaliert, trägt der Veranstalter unter Umständen eine Mitschuld. Das gilt auch für Facebook-Partys, insbesondere, wenn dazu öffentlich eingeladen wurde.

Das kann dazu führen, dass sich Gastgeber an den Kosten für Polizeieinsätze beteiligen müssen. So könne eine Party für den "Einlader schnell zum finanziellen Trauerspiel" werden, warnte schon vor Langem die Gewerkschaft der Polizei.

Facebook-Party in Hamburg läuft aus dem Ruder (am 3.6.2011)

WDR 2 Stichtag 03.06.2016 04:32 Min. Verfügbar bis 01.06.2026 WDR 2

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Wie kann man sich schützen?

Mittlerweile macht es Facebook Gastgebern aber leicht, sich gegen ungebete Gäste zu schützen. Wer eine Veranstaltung erstellt, muss sich zuerst entscheiden, ob sie privat oder öffentlich angekündigt wird.

Bei "privaten Veranstaltungen" werden nur ausgewählte Personen eingeladen. Wer beim Eingabefeld "Gäste können weitere Freunde einladen" kein Häkchen setzt, kann zumindest verhindern, dass der Termin schnell per Mausklick mit anderen Facebook-Nutzern geteilt werden kann.

Stand: 26.01.2020, 13:00

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