Tod von fünfjährigem Fabio: Mutter belastet Lebensgefährten

Bild: Landgericht Mönchengladbach

Tod von fünfjährigem Fabio: Mutter belastet Lebensgefährten

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des fünfjährigen Fabio aus Mönchengladbach hat sich erstmals die Mutter zu den Vorwürfen geäußert.

Der 23-Jährigen wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen, ihrem gleichaltrigen Lebensgefährten Totschlag. Laut Anklage wurde Fabio am Nachmittag des 21. April 2020 vom Lebensgefährten der Mutter totgeprügelt. Die Mutter war zu der Zeit unterwegs, um Drogen zu besorgen. Der zu Hilfe gerufene Notarzt verständigte die Polizei und brachte die Ermittlungen ins Rollen.

Am Mittwoch äußerte sich Fabios Mutter erstmals vor Gericht: In einer von ihrem Verteidiger verlesenen Erklärung bestritt sie, Fabio und seinen zwei Jahre jüngeren Bruder jemals misshandelt zu haben. Sie habe ihm jedoch mal auf die Finger und den Hintern gehauen, erklärte die Angeklagte

Mutter habe Partner Ausreden geglaubt

Sie belastete aber ihren mitangeklagten Lebensgefährten. Er soll den Jungen totgeprügelt und auch schon vorher misshandelt haben. Die junge Frau erklärte, sie habe ihrem Freund zunächst immer geglaubt, wenn er die Verletzungen der Kinder mit Unfällen wie "aus dem Hochbett fallen" oder "vor die Heizung laufen" erklärt habe.

Erst knapp einen Monat vor dem Tod von Fabio seien ihr Zweifel gekommen, als ihr fünfjähriger Sohn ein Brillenhämatom hatte, also blaue Flecken um beide Augen herum. Sie habe sich nicht getraut, ihren Partner darauf anzusprechen, aus Angst vor seinen Reaktionen. "Er war so reizbar", erklärte sie.

Familie war dem Jugendamt bekannt

Die Mutter und ihre beiden Söhne waren dem Jugendamt bereits bekannt. Ein Bericht der NRW-Landesregierung auf Anfrage der SPD hatte im Juni ergeben, dass es seit 2016 mehrere Kontakte mit der Familie und Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung gegeben haben.

Kita warnte vor Gefährdung

Der Schriftzug "Jugendamt" ist auf einem Schild zu lesen.

Einige Wochen vor dem Tod des Fünfjährigen soll die Kita des Jungen dem Jugendamt blaue Flecken gemeldet haben. Eine Kindeswohlgefährdung sei aufgrund der „augenscheinlichen Überforderung der Kindesmutter“ wahrscheinlich. Laut dem Bericht der Landesregierung ließ sich das Jugendamt bei einem Hausbesuch aber davon überzeugen, dass alles in Ordnung sei. Die Hämatome des Kindes seien „nachvollziehbar“ erklärt worden.

Stand: 10.02.2021, 16:22