Tod von fünfjährigem Fabio: Prozess wegen Totschlags hat begonnen

Bild: Landgericht Mönchengladbach

Tod von fünfjährigem Fabio: Prozess wegen Totschlags hat begonnen

Ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Tod des fünfjährigen Fabio aus Mönchengladbach hat vor dem Landgericht der Prozess gegen seine Mutter und ihren Lebensgefährten begonnen.

Dem 23-jährigen Mann wird Totschlag vorgeworfen, der gleichaltrigen Mutter Totschlag durch Unterlassen. Laut Anklage wurde Fabio am Nachmittag des 21. April vom Lebensgefährten der Mutter totgeprügelt. Die Mutter war zu der Zeit unterwegs, um Drogen zu besorgen. Der zu Hilfe gerufene Notarzt verständigte die Polizei und brachte die Ermittlungen ins Rollen.

Am ersten Verhandlungstag wurde nur die Anklage verlesen, der die Mutter laut schluchzend folgte. Der Angeklagte soll Fabio schon zuvor mehrfach misshandelt haben. Das, so der Vorwurf, habe die mitangeklagte Mutter gewusst, aber nie etwas unternommen.

Familie war dem Jugendamt bekannt

Die Mutter und ihre beiden Söhne waren dem Jugendamt bereits bekannt. Ein Bericht der NRW-Landesregierung auf Anfrage der SPD hatte im Juni ergeben, dass es seit 2016 mehrere Kontakte mit der Familie und Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung gegeben haben.

Kita warnte vor Gefährung

Einige Wochen vor dem Tod des Fünfjährigen soll die Kita des Jungen dem Jugendamt blaue Flecken gemeldet haben. Eine Kindeswohlgefährdung sei aufgrund der „augenscheinlichen Überforderung der Kindesmutter“ wahrscheinlich. Laut dem Bericht der Landesregierung ließ sich das Jugendamt bei einem Hausbesuch aber davon überzeugen, dass alles in Ordnung sei. Die Hämatome des Kindes seien „nachvollziehbar“ erklärt worden.

Der Prozess wird in einer Woche fortgesetzt. Bis zum 3. Februar sind noch elf weitere Verhandlungstage angesetzt.

Der Schriftzug "Jugendamt" ist auf einem Schild zu lesen.

Stand: 21.10.2020, 17:18