Bonner Schüler spielen Europaabgeordnete

Schülerinnen und Lehrer halten gemeinsam die Flagge der EU.

Bonner Schüler spielen Europaabgeordnete

Von Lina Einenkel

  • Schüler simulieren Europäisches Parlament
  • Bestandteil des Politikunterrichts
  • Projekt gibt es seit neun Jahren am Friedrich-Ebert-Gymnasium

Beim Modell Europa Parlament, kurz MEP, schlüpfen Schüler des Bonner Friedrich-Ebert-Gymnasiums in die Rolle von EU Abgeordneten. Darauf bereiten sie sich wochenlang vor. Sie ist die einzige Schule in NRW, die bei dem Europa- Rollen- Spiel mitmacht und Schüler zu einem Nationalen Planspiel nach Berlin schickt.

Bevor die Neuntklässler in der Projektwoche im Juni – dem Höhepunkt des Schul-MEPs – in die Rolle von Europa Abgeordneten schlüpfen, gibt es noch viel zu lernen. Richtig zu diskutieren, zu argumentieren, vor großen Gruppen eine Rede zu halten, und, "dass Demokratie ein hartes Brot ist und oftmals sehr langwierige Entscheidungsprozesse mit sich bringt.", ergänzt Politiklehrer Markus Mattern.

Seit neun Jahren leitet er das Modell Europa Parlament am Bonner Friedrich Ebert Gymnasium.

Schüler bearbeiten aktuelle EU-Themen

In ihren Ausschüssen geht es für die Schüler dann darum zu entscheiden, wie Verfahrensbedingungen bei der Verteilung von Flüchtlingen auf die Mitgliedsstaaten verbessert und Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden kann.

Bonner Schüler spielen Europaparlament

WDR 5 Westblick - Serien 09.05.2019 03:23 Min. Verfügbar bis 31.05.2024 WDR 5 Von WDR 5 Westblick

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Blickwinkel der Jugendlichen erweitern

Nachrichten verfolgen, Argumente abwägen und abschließend eine Resolution verfassen. Markus Mattern ist sich sicher, dass seine Schüler – abgesehen von einer guten Note –  auch persönlich von dem Projekt profitieren "Einige entdecken da auch ein bisschen die Welt, entwickeln einen ersten Sinn dafür, dass es ein Leben gibt außerhalb ihres eigenen Umkreises."

Schüler bearbeiten Themen selbstständig

Beim MEP ist es an den Schülern die Themen eigenständig zu bearbeiten. Dabei wächst der ein oder andere Schüler auch über sich hinaus, erzählt Politiklehrer Mattern: "Es ist nicht erst einmal passiert, dass bestimmte Schüler, die mir vorher im regulären Unterricht jetzt gar nicht mal so sehr aufgefallen sind, beim MEP plötzlich richtig durch die Decke gehen."

Ältere Schüler machen freiwillig mit

Angeleitet werden die Neuntklässler bei dem Rollenspiel nicht nur von den Lehrern, sondern auch von Schülerinnen und Schülern der höheren Stufen. Die machen allerdings freiwillig mit, engagieren sich in der MEP-AG der Schule. So auch die 17-jährige Clara Hennicke. Diesmal – zusammen mit drei Mitschülerinnen - in der Rolle der Präsidentin des Europaparlaments.

Auch wenn die Schülerin für in die kommende Europawahl noch zu jung ist, rät sie ihren Verwandten: "Wählt nicht nur aus Gewohnheit die Partei, die ihr seit 20 Jahren wählt, sondern schaut mal, was sich da in der Politik verändert und was auch aktuell verändert werden muss."

Stand: 10.05.2019, 10:19

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