Kunstrasen: Köln befürchtet hohe Kosten

Kunstrasen in der Diskussion

Kunstrasen: Köln befürchtet hohe Kosten

  • Kunstrasen mit Plastikgranulat umweltgefährdend?
  • EU testet Folgen des Plastiks auf Kunstrasenplätzen
  • Austausch kostet pro Platz mindestens 50.000 Euro

Die Stadt Köln muss nach eigenen Angaben damit rechnen, dass sie ihre Kunstrasenplätze sanieren muss. Denn die EU prüft ein Verbot ab 2022 wegen Umweltgefährdung. Die Stadt Köln müsste die Sanierungskosten zum großen Teil übernehmen, weil 40 Plätze der Stadt gehören. Nur wenige sind laut Stadt im Besitz von Vereinen.

Umstrittenes Plastikgranulat

Im Kölner Stadtgebiet werden für den Bau von Kunstrasenplätzen unterschiedliche Materialien verwendet. Die beiden letzten neuen Anlagen waren die Plätze vom SV Adler Dellbrück, der Plastikgranulat eingebaut hat, und von der SSV Vingst 05, auf dem als Füllmaterial Kork verwendet wurde.

Viel Wirbel um Kunstrasen-Granulat

Sportschau 23.07.2019 03:40 Min. Verfügbar bis 23.07.2020 ARD

Das Füllmaterial wird zwischen die Plastikhalme geschüttet, um die Gelenke der Spieler zu schonen. Das umstrittene Plastikgranulat besteht aus aufbereiteten Autoreifen und gelangt durch Wind, Regen, Schuhe und Kleidung der Sportler in das Grundwasser. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts kommt so mehr Mikroplastik in die Gewässer, als zum Beispiel durch die Kosmetikindustrie.

EU untersucht Umweltschädlichkeit

Eine EU-Behörde prüft derzeit, ob das Plastikgranulat umweltschädlich ist und ab 2022 verboten werden soll. Die Bundesregierung will eine Übergangsfrist von sechs Jahren aushandeln. Der Austausch des Plastikgranulats gegen zum Beispiel Kork kostet je nach Beschaffenheit des Platzes mindestens 50.000 bis 70.000 Euro. Eine Alternative ist Quarzsand. Die nutzt die Stadt Leverkusen, wo sämtliche Sportplätze mit Quarzsand verfüllt sind.

Stand: 31.07.2019, 15:11