Vergabefehler rund um das Gutachten zu sexualisierter Gewalt?

Der Kölner Dom im Sonnenuntergang. Im Vordergrund ist die Kreuzblume zu sehen.

Vergabefehler rund um das Gutachten zu sexualisierter Gewalt?

Von Frank Piotrowski

Gegen den Generalvikar des Erzbistums Köln, den zweiten Mann nach dem Erzbischof, gibt es Vorwürfe, Zahlungen ohne ausreichende Absprache veranlasst zu haben.

Das Erzbistum Köln steht vor einer erneuten Zerreißprobe. Es geht um insgesamt 2,8 Millionen Euro, für Gutachten, Rechts- und PR-Beratung, die das Kölner Erzbistum im Zusammenhang mit der Untersuchung sexualisierter Gewalt durch Priester ausgegeben hat. Diese Summe war am Wochenende bekannt und kritisiert worden.

Studiogespräch Dr. Markus Hofmann

Generalvikar Markus Hofmann

Nun steht im Raum, dass Generalvikar Markus Hofmann, nach dem Erzbischof der zweiten Mann im Bistum, Zahlungen veranlasst haben soll, ohne wie nach Kirchenrecht vorgeschrieben den Vermögensrat des Bistums und das Domkapitel einzubeziehen. Beide Gremien wurden deshalb zu einer Sondersitzung zusammengerufen, so das Erzbistum in einer Pressemitteilung.

Darüber hinaus hat das Erzbistum den Vatikan informiert und eine kirchenrechtliche Prüfung beantragt. Außerdem hat es zwei unabhängige Kirchenrechtler mit der Prüfung des Sachverhalts beauftragt.

Generalvikar Markus Hofmann hat darum gebeten, bis die Vorwürfe geklärt sind, beurlaubt zu werden. Dieser Wunsch wurde von Rom aber überraschend abgelehnt.

Weihbischof Rolf Steinhäuser vor dem Kölner Dom.

Rolf Steinhäuser, Apostolischer Administrator

Der Bund der Katholischen Deutschen Jugend begrüßt es, dass der Apostolische Administrator Rolf Steinhäuser die Vorwürfe extern prüfen lässt. Damit, dass der Vatikan aber die Beurlaubung des Generalvikars abgelehnt habe, habe der Vatikan dem zerrütteten Kölner Erzbistum keinen Gefallen getan, teilt die kirchenkritische Initiative Maria 2.0 mit.

Woelki Interview Lokalzeit Köln 54:34 Min. Verfügbar bis 13.08.2031

Stand: 08.12.2021, 07:31