Missbrauch: Erzbistum Köln übergibt Akten

Archiv/Illustration- 07.02.2010 - Ein Priester hält einen Rosenkranz und ein Schreiben in der Hand.

Missbrauch: Erzbistum Köln übergibt Akten

  • Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln
  • Akten an die Staatsanwaltschaft übergeben
  • Kanzlei mit unabhängiger Untersuchung beauftragt

Die Staatsanwaltschaften Köln, Bonn und Düsseldorf können bei ihren Ermittlungen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche auf Akten des Erzbistums Köln zurückgreifen. In Köln seien die Akten am Montag, in Düsseldorf und Bonn bereits am Freitag übergeben worden, teilte das Erzbistum am Montag (17.12.2018) mit. "Damit sind nun komplett alle bekannten Fälle aus der Vergangenheit zur Prüfung und weiteren Ermittlung übergeben", erklärte Oliver Vogt, der sogenannte Interventionsbeauftragte.

Unabhängige Untersuchung durch Kanzlei

Rainer Maria Woelki

Unabhängig davon gab das Erzbistum eine eigene Untersuchung in Auftrag. Dazu wurde die Münchner Kanzlei "Westpfahl, Spilker, Wastl" engagiert. "Das Erzbistum Köln verfolgt damit konsequent den von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki im September angekündigten Weg einer Null-Toleranz-Linie für die Zukunft, aber auch die Vergangenheit", hieß es.

119 Fälle im Erzbistum Köln

Eine im September vorgestellte Studie hatte unter anderem ergeben, dass in der katholischen Kirche in Deutschland zwischen 1946 und 2014 mindestens 1.670 katholische Kleriker 3.677 Minderjährige missbraucht haben sollen.

Das Erzbistum Köln hatte damals mitgeteilt, den Forschern 87 Personen gemeldet zu haben, die seit 1946 der sexualisierten Gewalt in insgesamt 119 Fällen beschuldigt worden seien. Der Kölner Kardinal Rainer Woelki hatte die Ergebnisse der Studie damals als "beschämend" für die Kirche bezeichnet und auch eine unabhängige Untersuchung der Fälle im größten deutschen Bistum versprochen.

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WDR 5 Diesseits von Eden 25.11.2018 04:25 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR 5

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Stand: 17.12.2018, 15:09