Erster "Rutschenworkshop" der Welt in Bonn

Zwei Kinder bauen ein Rutschenmodell.

Erster "Rutschenworkshop" der Welt in Bonn

Von Jörg Sauerwein

70 Kinder haben am Samstag (27.01.2018) Wasserrutschen entworfen, die für das neue Bonner Schwimmbad tatsächlich umgesetzt werden sollen.

Vor allem Kinder werden die Rutschen im neuen Bonner Schwimmbad nutzen, also dürfen sie auch die Ideen dafür liefern. Das ist der Gedanke hinter dem ersten Rutschenworkshop mit Kindern.

Rutsche mit Sprungschanze

Die neunjährige Ada Sophie aus Bonn ist ein Fan von Reifenrutschen: "In Italien war ich auf einer ganz tollen Rutsche, die war richtig schnell". Die Highlights ihrer Reifenrutsche sind eine steile Kurve und eine Sprungschanze. "Das wird bestimmt cool", ist sie sich mit Elias (12) einig. Mit Alufolien, kleinen Röhren und Schaumstoff basteln insgesamt 70 Kinder an den Rutschenmodellen. In der Luft der Geruch von Kleber und immer wieder das Lachen, wenn die Kinder sich vorstellen, wie es auf ihren Rutschen irgendwann wirklich aus knapp zwölf Metern Höhe nach unten geht.

Realistische Ideen gefragt

"Wir haben die feste Absicht, dass so viele Ideen wie möglich auch Wirklichkeit werden", sagt Hermann Ulrich vom verantwortlichen Planungsbüro. Einen solchen Workshop habe es auf der Welt noch nicht gegeben und das mache es so spannend. In jedem Fall solle die Veranstaltung keine Show sein, sondern wirklich konkrete Ergebnisse liefern. Und schon die ersten können sich sehen lassen, bestätigt der Architekt des geplanten Schwimmbads, Ernst Ulrich Tillmanns.

"Erstaunlich, wie vieles davon baubar ist"

Zwei Kinder und ein Jugendlicher bauen ein Rutschenmodell.

Marius, Emilio und Daniel (v.l.): In ihrer Speedrutsche geht es zum Start fast senkrecht nach unten

Im Stillen hatte der Architekt eher mit chaotischen Entwürfen gerechnet. "Ich bin erstaunt, wie vieles davon tatsächlich mehr oder weniger baubar ist. Und viele Ideen sind dabei auch richtig gut", sagte Tillmanns nach einem ersten Rundgang. Vielleicht nicht komplett umsetzbar dürfte die Idee von Emilio (7), Marius (7) und Daniel (16) sein. Sie haben eine Speedrutsche entworfen, deren durchsichtige Röhre am Ende unter anderem auch durch ein Wasserbecken hindurchführen soll. Es soll sich anfühlen, als rutsche man unter Wasser.

Eine Million Euro für die Rutschen

Das allerdings dürfte schon aus Kostengründen nicht ganz einfach werden. Denn bei einer Million Euro ist erst mal Schluss für die Rutschen im neuen Bonner Bad. Für dieses Geld sollten möglichst viel unterschiedliche Ideen umgesetzt werden, hatten die Kinder gleich zu Beginn des Workshops entschieden. Bis zu fünf Rutschen sollen ab kommendem Jahr gebaut werden. Auch Thomas Schmitt beobachtet genau, welche Ideen die Kinder liefern. Seit 25 Jahren entwirft er Wasserrutschen.

Kinderideen werden Wirklichkeit

In jedem Fall haben Kinder spannende Ideen, erzählt der Rutschenkonstrukteur: "Wir haben gerade eine spektakuläre, sich drehende Rutsche entworfen, die jetzt in China aufgebaut wird. Die Grundidee dafür kam von einem sechsjährigen Jungen", erzählt Schmitt. Und so hoffen auch viele der 70 Bonner Kinder, vielleicht bald schon auf einer Rutsche Spaß haben zu können, die sie selbst zuerst mit Alufolie und Schaumstoff entworfen haben. Wenn alles klappt, könnte das im Jahr 2021 sein.

Stand: 27.01.2018, 14:19