Falkner jagt Tauben auf dem Kölner Dom

Ein Wüstenbussard für den Kölner Dom

Falkner jagt Tauben auf dem Kölner Dom

Von Celina de Cuveland

  • Dompropstei beauftragt Berufsfalkner
  • Greifvögel sollen Tauben vergraulen
  • Tiere kommen aus Rheinland-Pfalz

Auf den Türmen des Kölner Dom sollen weniger Tauben nisten. Deshalb hat der Berufsfalkner Marco Wahl seine Greifvögel am Mittwoch (10.04.2019) auf dem Dom auf Taubenjagd geschickt. Sie sollen die Tauben vertreiben, nicht töten.

Greifvögel bedrohen Tauben

Marco Wahl lässt einen großen, afrikanischen Lannerfalken mit dem Namen Jambo und drei Wüstenbussarde bei gutem Wetter mehrmals pro Woche über dem Kölner Dom kreisen. Sie sollen die Tauben aufschrecken, aber nicht töten. Allein durch die Anwesenheit eines Greifvogels fühlen sich Tauben und andere Wildvögel bedroht – und suchen sich dauerhaft einen anderen Aufenthaltsort. Die Greifvögel starten von der ersten Plattform des Doms aus.

Passanten können die Tiere sehen

Wüstenbussard

Wüstenbussard bei der Arbeit

"Es kann aber vorkommen, dass der große Falke eine Pause auf der Domplatte einlegt", sagt Wahl. "In den vergangenen Wochen haben wir Testflüge gemacht. Passanten haben mir im Anschluss gesagt, dass sie meinen Falken mehrfach auf der Domplatte sitzen gesehen haben. Manche haben sogar Bilder von Jambo gemacht." Für Wahl ist das kein Problem. Nur zu nah sollten die Menschen dem Greifvogel nicht kommen, um dem Tier den Stress zu ersparen.

Wilde Wanderfalken nicht mehr auf dem Dom

Die Tauben am Kölner Dom sind schon lange ein Problem. Ihr Kot zersetzt die Steinsorten, aus denen der Dom gebaut wurde. Zuletzt sind deshalb wilde Wanderfalken am Dom ausgesetzt worden. "Die haben sich inzwischen leider ein anderes Quartier gesucht", sagt Markus Frädrich, Sprecher der Dompropstei. "Am Nordturm, wo sie gebrütet haben, gab es Bauarbeiten. Die waren den Falken offenbar zu laut. Sie nisten jetzt auf dem Turm einer anderen Kirche." Von dem ersten Berufsfalkner am Dom erhofft sich die Probstei nun mehr.

Greifvögel kommen aus Rheinland-Pfalz

Der Lannerfalke und die drei Wüstenbussarde kommen übrigens aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz. Wahl bringt sie aus seiner Falknerei in Niederfischbach mit. Für den Transport im Auto werden die Vögel in Transportkisten gesetzt, aus denen Wahl sie erst wieder auf der ersten Plattform des Doms hinauslässt.

Stand: 10.04.2019, 15:33

Weitere Themen