Fridays for Future-Aktivisten bei UNO-Klimaverhandlungen in Bonn

Maya Florinda Krieg und Luca Samlidis FFF Deutschland

Fridays for Future-Aktivisten bei UNO-Klimaverhandlungen in Bonn

  • Anerkennung für Fridays for Future durch UN-Konferenz
  • FFF: "Nicht mehr bloß Klimawandel, sondern Klimakrise"
  • Forderung nach mehr Klimaschutzzusagen

Maya Florinda Krieg und Luca Samlidis sind froh, dass sie nach Bonn zu dieser UNO-Klimazwischenkonferenz gekommen sind. Eben haben sie mit Gonzalo Munoz aus Chile gesprochen und er hat ihnen angeboten, in Kontakt zu bleiben und den chilenischen Ableger von Fridays for Future (FFF) zum nächsten Weltklimagipfel einzuladen. Er kann das versprechen: Er ist Gastgeber und Vorsitzender dieses Mega-Ereignisses in Santiago de Chile. Rund 25.000 Teilnehmer aus aller Welt werden dort im November 2019 erwartet.

Fridays for Future ernst genommen

Auch in der Eröffnungsrede dieser Zwischenkonferenz in Bonn wurden die Schulstreiks fürs Klima gleich im dritten Satz erwähnt. Dort heißt es, dass man die Schulkinder brauche, damit alle endlich verstünden: Es gibt keine Zeit mehr zu verschwenden.

Jonathan Milläng

Dass die engagierten Jugendlichen den Delegierten quasi als Vorbild genannt werden, freut auch Jonathan Milläng von der "jungen Umweltorganisation Push Sverige", der zwar nicht zum Kreis von Greta Thunberg zählt, aber ähnliche Ziele verfolgt. Auch er stellt eine neue Sichtweise vieler Schweden fest: "Dies ist kein langsamer Klimawandel, sondern eine Klimakrise, ein Notstand!"

UN-Klimakonferenz sucht Regeln für Emissionshandel

WDR 5 Morgenecho - Interview 17.06.2019 05:07 Min. Verfügbar bis 15.06.2020 WDR 5

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Klimademos auch in Indien

Insgesamt haben bei den letzten Fridays for Future-Schulstreiks und -Demos in 120 Ländern mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche teilgenommen. Auch in Indien, mit vielen tausend Teilnehmern z.B. in Neu-Delhi. Aber aus einem anderen Grund, sagt Sanjey Vashist vom Climate Action Network South Asia: aus Solidarität mit den streikenden Schülern in Westeuropa und Amerika. "Wir liegen beim Pro-Kopf-CO2-Ausstoß immer noch so weit zurück, da gehen die Forderungen, die Welt vor dem Klimakollaps zu retten, nicht an die indische Regierung."

Nicht freundliche Worte wichtig, sondern Handeln

Bei aller Freude über die Aufmerksamkeit, die ihnen bei dieser Klimaverhandlungsrunde zuteil wird: Wichtig findet Luca Samlidis von FFF nur Taten. In Bonn sollten die Länder auch schon damit beginnen, ihre nationalen Klimaziele nachzubessern. Die bisherigen Klimaschutzzusagen würden zu einer Erderwärmung um mehr als drei Grad bis Ende dieses Jahrhunderts führen. Die angestrebten und gerade noch zu bewältigen 1,5 Grad wären so nicht erreichbar. Und das wäre dann keine Klimakrise, sondern eine Katastrophe.

Stand: 18.06.2019, 06:58