Erste Schadensbilanz für Autobahnen nach Hochwasser

Eingestürzte Lärmschutzwände auf der A1 bei Erftstadt.

Erste Schadensbilanz für Autobahnen nach Hochwasser

Von Stephan Pesch

Zwei Monate nach der Überflutung durch die Erft steht fest: Die Katastrophe hat entlang der A1, A61 und A553 Schäden in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro verursacht.

Doch es kann noch teurer werden. Denn es ist bislang nur eine Zwischenbilanz, die der zuständigen Autobahn GmbH des Bundes vorliegt. Die größten Baustellen gibt es an der A61.

Denn vom Kreuz Bliesheim bis zu Anschlussstelle Bergheim Süd fließt parallel zur Autobahn die Erft. Ihr Hochwasser hat die Fahrbahn unterspült und auch Lärmschutzwände einbrechen lassen. Erneuert werden muss daher der komplette Asphalt zwischen dem Dreieck Erfttal und dem Kreuz Bliesheim. Auch die A553 hat es schwer erwischt. Der Starkregen Mitte Juli schwemmte auf mehreren Kilometern Böschungen weg. Die müssen nun wieder aufgebaut werden.

Insgesamt sind im Rheinland rund 90 Kilometer Autobahn von Flutschäden betroffen. Die Hälfte davon bleibt auch zwei Monate nach dem Unwetter und dem Hochwasser der Erft noch gesperrt.

Reparaturen laufen auf Hochtouren

Bereits wenige Tage nach der Flutkatastrophe der Erft sei mit der Reparatur der Schäden begonnen worden, sagt Willi Kolks von der Autobahn GmbH des Bundes. In der Außenstelle Köln laufen seit Mitte Juli alle Fäden zusammen. An nahezu allen Stellen im zerstörten rheinischen Autobahnnetz werde gleichzeitig gearbeitet, ergänzt Kolks.

Die Baufirmen hätten alle verfügbaren Mitarbeiter in das Krisengebiet geschickt - insbesondere an die wichtigen Verkehrsknotenpunkte, so der Leiter der Außenstelle Köln.

Erste Lichtblicke für Autofahrer

Zur Zeit sind im Rheinland noch etwa 45 Kilometer Autobahn gesperrt. In der kommenden Woche soll aber die A61 zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim in Fahrtrichtung Koblenz für den Verkehr wieder freigegeben werden. Umgekehrt, in Richtung Venlo, wird es noch längere Zeit dauern.

Da das Dreieck Erfttal komplett unterspült wurde, muss zunächst eine provisorische Rampe gebaut werden, über die der Verkehr rollen kann. Die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein. Auch auf der A553 kommt die Reparatur voran. Im Oktober sollen zwei Spuren in Richtung Köln freigegeben werden. Dennoch: Es wird wohl noch Jahre dauern, bis alle Flutschäden an den rheinischen Autobahnen behoben sind.

Verkehrschaos nach der Flutkatastrophe Servicezeit 15.09.2021 06:39 Min. UT Verfügbar bis 15.09.2022 WDR

Stand: 16.09.2021, 13:28