Erste Erntehelfer aus Rumänien in Düsseldorf gelandet

Erntehelfer kommen am Düsseldorfer Flughafen an

Erste Erntehelfer aus Rumänien in Düsseldorf gelandet

  • Erste Maschinen mit Erntehelfern aus Rumänien in Düsseldorf gelandet
  • Mehrere hundert Erntehelfer sollen Mangel in Landwirtschaft kompensieren
  • Ausreichender Infektionsschutz?

Am Donnerstagmittag (09.04.2020) sind die ersten Erntehelfer aus Rumänien am Düsseldorfer Flughafen gelandet. Das bestätigte eine Sprecherin des Flughafens. Die Saisonarbeitskräfte werden in der Landwirtschaft dringend gebraucht, zum Beispiel bei der Spargelernte.

Die Bundesregierung hatte die geltende Corona-Reisesperre gelockert, um drohende Ernteausfälle zu minimieren. Bei der Einreise soll ein Gesundheitscheck erfolgen; die Erntehelfer sollen auch nur in kleinen Teams arbeiten.

Sechs Maschinen mit Erntehelfern

Die am Donnerstagmittag gelandete Maschine mit rund 130 Arbeitern an Bord kam aus der Stadt Sibiu. Ein Flug von Lasi, der kurze Zeit später landen sollte, wurde annulliert – zum Leidwesen von Spargelbauer Chistian Meyer. In der Maschine sollte seine "Stammmannschaft", zehn routinierte Spargelstecher, sitzen. Jetzt, so hat er gehört, sollen sie erst am Freitag kommen.

Am Abend wird dann in Düsseldorf die nächste Maschine aus der Stadt Cluj erwartet. In der rumänischen Metropole starten in kurzer Reihenfolge wenig später drei weitere Flugzeuge, die am Abend landen sollen. Insgesamt werden sechs Sonderflüge in Düsseldorf ankommen.

Freude über rumänische Erntehelfer?

00:48 Min. Verfügbar bis 09.04.2021

Quarantäne mit Arbeit nach Ankunft

Erntehelfer kommen am Düsseldorfer Flughafen an

Nach der Landung sollen die rumänischen Erntehelfer in den Sicherheitsbereich gebracht werden. Dort werden sie einem Gesundheitscheck unterzogen und isoliert von anderen Passagieren zu den Bussen gebracht, die sie direkt zu den Höfen überwiegend am Niederrhein fahren. Nach der Ankunft müssen die Erntehelfer vierzehn Tage lang strikt getrennt von anderen Beschäftigten leben und arbeiten. Sie befinden sich dann also in Quarantäne mit Arbeitseinsatz.

Ausreichender Infektionsschutz?

Umstritten ist, ob der Infektionsschutz ausreichend ist. Die Maschinen sind nahezu voll, im ersten Flieger, der heute in Düsseldorf gelandet ist, waren rund 130 Personen. Der Mindestabstand von 1,50 Metern konnte so kaum eingehalten werden. Die Saisonarbeiter werden in Rumänien vor dem Flug nicht auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. Sie müssen nur einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie zum Beispiel gefragt werden, ob sie sich krank fühlen.

„Niemand wird die Frage mit Ja ankreuzen“, kritisiert Friedrich Ossendorf, agrarpolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion. „Wer hier arbeiten will, braucht dringend Geld, ist arm, sonst würde man sich gar nicht bereit erklären in diesen Zeiten nach Deutschland zu reisen, fernab der Familie, fernab der Heimat.“ Kritiker glauben auch, dass die medizinischen Kontrollen am Flughafen nicht ausreichen. Bei den Kontrollen werden die Saisonarbeiter kurz untersucht, unter anderem wird das Fieber gemessen.

Landwirte können Flüge für Saisonkräfte angeben

Mit weiteren sechs geplanten Flügen sollen am Freitag und Samstag (10. bis 11.04.2020) in Düsseldorf hunderte weitere Erntehelfer ankommen. Sie werden von den Bauern erwartet – denn an Rhein und Ruhr müssen Spargel und demnächst Rhabarber und Erdbeeren geerntet sowie Salat und Gemüse gepflanzt werden.

Dafür können Landwirte online auf speziellen Webseiten der Airlines Eurowings und Sun-Express ihren Bedarf an Sitzplätzen und den gewünschten Start- und Zielflughafen ihrer Erntehelfer angeben. Deren Namen müssen beim Deutschen Bauernverband registriert werden.

Spargel und Erdbeeren: Erntehelfer dringend gesucht

WDR 5 Westblick - aktuell 27.03.2020 04:14 Min. Verfügbar bis 27.03.2021 WDR 5

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Stand: 09.04.2020, 18:04