Massive Ernteausfälle - Schnelle Hilfe vorerst nur für Viehhalter

Massive Ernteausfälle - Schnelle Hilfe vorerst nur für Viehhalter

  • Hitze sorgt für hohe Ernteausfälle
  • Schnelle Hilfe vorerst nur für Viehhalter
  • NRW hält sich mit Forderungen zurück

Zur Diskussion über Nothilfen für die Landwirtschaft

Heiß, trocken und verdorrt - so fällt vielerorts in diesem Jahr die Ernte aus. Weizen, Gerste, das alles musste drei Wochen zu früh vom Feld und ist schlecht entwickelt. Auf dem bei Bonn gelegenen Hof von Landwirt Josef Berg herrscht Krisenstimmung. Durch die kurzen Abreifeprozesse werde die Qualität Schaden nehmen, sagt der Landwirt.

Ein Teil der Ernte ist hitzebedingt auch nicht mehr brauchbar. Dem Bauernverband zufolge zeichnen sich schon jetzt in Teilen des Landes große Ausfälle ab - auch, weil etwa Getreide und Gras nicht ausreichend nachwachsen. Tierfutter droht deswegen ebenfalls knapp zu werden.

Klöckner: Hilfe für Viehhalter

Der Bund will erst über mögliche Finanzspritzen entscheiden, wenn voraussichtlich Ende August eine amtliche Abschlussbilanz der Ernte vorliegt. Das bestätigte auch Bundesagrarministerin Julia Klöckner am Mittwoch (01.08.2018) in Berlin. Den Viehhaltern stellte die CDU-Politikerin hingegen schnelle Hilfen in Aussicht. Sie rief die Länder auf, Hilfsprogramme vorzulegen, damit der Bund dabei flankierend zur Seite stehen könne.

Manche Bauern lehnen Entschädigung ab

Die Positionen der Bauern sind bislang nicht einheitlich. Während der Bauernverband Nothilfen von einer Milliarde Euro für die Landwirtschaft fordert, kommt Widerspruch aus NRW: Der Landwirtschaftliche Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe lehnt Entschädigungen ab.

Bauern fordern massive staatliche Hilfen wegen Dürre

WDR 2 30.07.2018 03:28 Min. WDR 2

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Darlehen für Landwirte

Die Landesregierung hält sich zunächst zurück: Man nehme erst dann "Geld in die Hand", wenn die Bundesregierung den Notstand erkläre, sagte Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, am Dienstagabend im WDR-Fernsehen.

Zumindest aber habe die Landesregierung Maßnahmen zur schnellen Hilfe angeordnet: Zum einen wurden ökologische Brachflächen für die Futterernte freigegeben. Zum anderen dürfen Ökobauern vorübergehend auch konventionell angebautes Futter verwenden, ohne dadurch ihren Bio-Status zu verlieren.

Lebensmittelpreise könnten steigen

Dürregeschädigte Agrarbetriebe hätten außerdem die Möglichkeit, Darlehen zur Sicherung ihrer Liquidität zu beantragen, sagte Bottermann. Diese Darlehen würden durch die Landwirtschaftliche Rentenbank vergeben.

Mit Blick auf die Verbraucher sagte der Staatssekretär, er fürchte, dass als Folge der Trockenheit auch bestimmte Lebensmittel teurer werden könnten.

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Stand: 01.08.2018, 13:32

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Melanie Runge 31.07.2018, 19:31 Uhr

    Wer glaubt, die Landwirte haben Geld wie Heu, lebt wohl hinterm Mond Alle wollen immer billigere Lebensmittel, was das für die Bauern bedeutet ist vielen leider egal. Die Landwirte sollen Rücklagen bilden? Dann zahlt mal faire Preise. Und nein, ich bin kein Landwirt, aber Realist

    Antworten (1)
    • Jan 03.08.2018, 09:18 Uhr

      Die Bauern sollten sofort Finanzhilfen erhalten nicht jeder Bauer hat Geld unterm Kopfkissen . Es sollte in Zukunft "Fördergelder " geben z.B zum Bau von Bewässerungsanlagen .Solaranlagen usw .

  • 5 Manuel 31.07.2018, 17:21 Uhr

    Es muss wohl die Sonne sein die Bauern zu so dreisten Forderungen veranlasst. Die müssen selbst für Ausfälle vorsorgen. - Ihr oberster Lobbyist, Minister unterstützt sie dabei.

  • 4 Heinz 31.07.2018, 17:00 Uhr

    Wann wollen die Bauern mal keine Entschädigung. Ständig haben sie was. Wir Bürger wollen aucheine Entschädigung für das Trinkwasser welche die Bauern durch ihre Überdüngung verunreinigen. Jeder hat mal gute oder schlechte Jahre und bekommt nicht eine Entschädigung. Alles nur noch große Bauernhöfe,nix Bio aber immer mehr wollen. Hauptsache Renter immer ärmer und immer längeres Arbeitsleben.

  • 3 Silke 31.07.2018, 15:56 Uhr

    Ist schon eine dreiste Masche wie selbstständige Unternehmer hier Forderungen stellen. Eigenvorsorge ist gefragt. Bei super Ernten etwas zurücklegen !

  • 2 Roterilex 31.07.2018, 12:43 Uhr

    Hallo der hlaue Bauer hat schon vor Jahren auf seinen Stall und Scheunendächer Solaranlagen installiert Werden bei den jetzt entstehenden Verlusten bei den Landwirten auch die Mehreinnahmen bei den Solaranlagen, gegengerechnet? Die Ernte an Solarstrom ist jetzt besonders gross. Das wäre doch fair oder? Außerdem wäre ein Solidarfond unter den Landwirten sinnvoll

  • 1 Roterilex 31.07.2018, 12:13 Uhr

    Hallo Det schlaue Bauer hat schon vor Jahren auf seinen Stall und Scheunendächer Solaranlagen installiert Werden bei den jetzt entstehenden Verlusten bei den Landwirten auch die Mehreinnahmen bei den Solaranlagen, gegengerechnet? Die Ernte an Solarstrom ist jetzt besonders gross. Das wäre doch fair oder? Außerdem wäre ein Solidarfond unter den Landwirten sinnvoll

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