Meerbuscher Zugunglück: Ermittler sehen menschliche Fehler

Meerbuscher Zugunglück: Ermittler sehen menschliche Fehler

  • Fahrdienstleiterinnen haben falsche Zugnummern eingegeben
  • Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung
  • Ermittler warten auf Aussagen der Beschuldigten

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat am Dienstag (16.10.2018) ihre Ermittlungsergebnisse zum Zugunglück in Meerbusch-Osterath vom Dezember 2017 vorgestellt.

Demnach ist der Unfall auf Fehler zweier Fahrdienstleiterinnen zurückzuführen. An den Ermittlungen beteiligt waren auch die Bundespolizei und die Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen.

Menschliches Versagen

Am 5. Dezember 2017 war ein Regionalexpress auf einen Güterzug geprallt. Durch den Aufprall waren 41 Menschen verletzt worden, acht von ihnen schwer.

Laut den Ermittlern haben zwei Fahrdienstleiterinnen in verschiedenen Stellwerken mehrfach falsche Zugnummern in die Meldeanlage eingegeben. Dadurch kam es im System zu einem Fehler und zum irrtümlichen Eindruck, dass der durch den Güterzug belegte Gleisabschnitt frei sei.

Zug war zu schnell

Fehlermeldungen des Systems stuften die beiden als technische Störungen ein. Eine der beiden habe es außerdem versäumt, dem Lokführer des Regionalzugs den Befehl zum Fahren auf Sicht mit maximal 40 km/h zu erteilen. Deshalb war der Zug beim Aufprall deutlich schneller unterwegs.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen die beiden Fahrdienstleiterinnen unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Stand: 16.10.2018, 10:34

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