Rocker stirbt bei SEK-Einsatz - Ermittlungen eingestellt

"Osmanen Germania" steht am 01.06.2016 in Berlin auf der Jacke eines Demonstranten

Rocker stirbt bei SEK-Einsatz - Ermittlungen eingestellt

  • Beamter handelte laut Staatsanwaltschaft in vermeintlicher Notwehr
  • Blendgranate irritierte Beamten
  • getöteter Rocker galt als gefährlich

Knapp ein Jahr nach dem tödlichen Schuss auf einen Rocker der "Osmanen Germania" hat die Wuppertaler Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt. Bei dem SEK-Einsatz in Wuppertal-Elberfeld vor einem Jahr (09.02.2018) habe eine Blendgranate den Beamten glauben lassen, dass der Rocker auf ihn schieße.

"Tragisches Missverständnis"

Der SEK-Beamte habe in vermeintlicher Notwehr gehandelt, so die Staatsanwaltschaft. Damit folgt sie der Erklärung des Beamten. Laut Staatsanwaltschaft war der Tod des 43-jährigen Rockers also ein tragisches Missverständnis. Zeugen des Vorfalls habe es nicht gegeben.

Lichtblitz und Druckwelle irritierten Beamten

Beim Betreten der Wohnung setzten die Beamten eine Art Blendgranate ein. Diese sei weniger stark als herkömmliche Blendgranaten, so die Staatsanwaltschaft. Der verdächtigte SEK-Beamte gab später an, nur einen Lichtblitz gesehen und eine Druckwelle gespürt zu haben.

Zudem habe der getötete 43-Jährige vermutlich ein Smartphone in der Hand gehalten. Der Beamte sei deshalb davon ausgegangen, dass das Opfer auf ihn schieße.

Getöteter galt als gefährlich

Der getötete Rocker galt als gefährlich - er war ehemaliger Chef der Wuppertaler Gruppe der "Osmanen Germania", die bundesweit aktiv sind. Das SEK sollte bei dem Einsatz im Februar 2018 einen Haftbefehl wegen mehrerer Straftaten gegen den Rocker vollstrecken.

Stand: 17.01.2019, 14:28