Explosion in Leverkusen: Warum die Ermittlungen so schwierig sind

Explosion in Leverkusen: Warum die Ermittlungen so schwierig sind

Von Lisa Kowalski

Die Ermittlungen der Unglücksursache nach der Explosion im Chempark in Leverkusen stehen auch neun Tage nach dem Unglück noch ganz am Anfang. Zu gefährlich ist die Situation vor Ort.

Bis heute konnte die 16-köpfige Ermittlungsgruppe der Kripo Köln und der Staatsanwaltschaft Köln den Tatort der Explosion in Leverkusen nicht betreten. "Das hängt damit zusammen, dass das Ganze unter einem sehr hoch aufgetürmten, statisch instabilen Trümmerberg liegt. Dort sind massive Trümmerteile, die ineinander verkeilt und akut einsturzgefährdet sind", sagt Polizeisprecher Christoph Gilles.

Die für die Ermittlungen zuständige Kripo Köln wartet immer noch darauf, dass die Feuerwehr den inneren Bereich rund um den Brandherd als stabil erklärt, so Gilles. Erst dann könne die Ermittlungsgruppe ihre Arbeit vor Ort beginnen.

Explosionsort ist kontaminiert

Doch das sind nicht die einzigen Schwierigkeiten für die Ermittler: "Zusätzlich gelten Teilbereiche weiterhin als kontaminiert. Es geht da um chemische Giftstoffe, die sich dort unter anderem in Restflüssigkeiten befinden, die zur Stunde abgepumpt werden", erklärt Christoph Gilles.

Porträt Christoph Gilles, Polizei Köln

Christoph Gilles, Polizei Köln

Damit die Ermittler von Staatsanwaltschaft und Polizei nicht selbst gefährdet werden, müssen sie besonders vorsichtig vorgehen. Um sich überhaupt einen ersten Eindruck verschaffen zu können, haben sie Drohnen eingesetzt und Luftaufnahmen gemacht. "Aber es ergibt sich aus der Natur der Sache, dass das nur eine oberflächliche Befundaufnahme sein kann."

Wie lange sich die Ermittlungen noch hinziehen werden, ist offen. Nach der Explosion auf dem Gelände der Sondermüll-Verbrennungsanlage wird immer noch nach einer vermissten Person gesucht. Sechs Menschen waren bei der Explosion getötet und 31 zum Teil schwer verletzt worden.

Stand: 05.08.2021, 20:39