Ermittlungen gegen Polizisten nach Freispruch eines Angeklagten

CSD-Prozess 01:28 Min. Verfügbar bis 08.04.2020

Ermittlungen gegen Polizisten nach Freispruch eines Angeklagten

Nach dem Freispruch eines Angeklagten (28) ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen Polizisten. Das teilte die Behörde am Montag (08.04.2019) mit.

Der Freigesprochene war beschuldigt worden, am Rande des Christopher Street Day 2016 Polizisten beleidigt und verletzt zu haben. Das Kölner Landgericht kam am Freitag (05.064.2019) aber zu dem Schluss, dass der Mann von der Polizei misshandelt worden sei.

Daraufhin nahm die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen die Polizisten wieder auf. Gleichzeitig habe die Staatsanwaltschaft aber auch gegen den Freispruch des Angeklagten Revision eingelegt, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Montag. Aus ihrer Sicht stelle sich der Sachverhalt anders dar als vom Vorsitzenden Richter Thomas Quast beschrieben.

Nach Überzeugung des Gerichts war der Mann von den Polizisten grundlos geschlagen und getreten worden. Der Vorsitzende Richter hatte gesagt, er sehe hier eine gefährliche Körperverletzung. Bei der Fahrt ins Polizeipräsidium sei der heute 28-Jährige auch noch homophob beleidigt worden. Der Richter befand: "Ich schäme mich in den Grund, weil Leute Ihnen im Namen dieses Staates Gewalt angetan haben. Und ich bitte Sie für diesen Staat um Entschuldigung."

Stand: 08.04.2019, 18:05

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