Flutkatastrophe in Erftstadt: Hausdurchsuchungen in ganz NRW

Stand: 11.01.2022, 17:24 Uhr

Im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Erftstadt haben am Dienstag Beamte mehr als 20 Büro- und Wohngebäude in NRW und Thüringen durchsucht. Es besteht der Verdacht des fahrlässigen Herbeiführens einer Überschwemmung und der Baugefährdung.

Laut Staatsanwaltschaft soll die Kiesgrube in Erftstadt nicht ausreichend gegen Hochwasser geschützt gewesen sein. Es bestehe der Verdacht, dass der Südrand der Kiesgrube nicht durch einen den Bestimmungen entsprechenden Hochwasserschutzwall gesichert war. Außerdem sollen die Böschungen steiler gewesen sein als zulässig.

Durchsuchungen auch in Bergheim, Erftstadt, Köln und Dortmund

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könnte das dazu geführt haben, dass bei der Flut Mitte Juli große Mengen Wasser in die Kiesgrube eingedrungen sind. Dadurch sei Erdreich weggeschwemmt worden und mehrere Häuser stürzten ein. Die Ermittlungen richten sich gegen den Eigentümer und Verpächter des Tagebaus, gegen fünf Beschuldigte der Betreibergesellschaft sowie gegen Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg.

Betreiber der Kiesgrube weist Vorwürfe zurück

Der Konzern RWE, dessen Tochterunternehmen die Kiesgrube betreibt, erklärte auf Anfrage des WDR, der Hochwasserschutz sei genehmigungskonform und voll funktionstüchtig gewesen. In der Kiesgrube in Erftstadt-Blessem ruht seit dem Hochwasser im Sommer der Betrieb.

Die meisten Durchsuchungen fanden laut Polizei in Bergheim, Erftstadt, Köln und Dortmund statt. Einige der Büros gehörten auch zu unverdächtigen Beratungs- und Tiefbauunternehmen sowie Sachverständigen- und Vermessungsbüros, hieß es weiter.