Nach Unfall auf A3: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Nach Unfall auf A3: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Nach dem tödlichen Unfall auf der A3, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Offenbar wurde bei der Montage der tonnenschweren Lärmschutzwand gepfuscht.

Ursache für den Absturz eines 5 Tonnen schweren Betonteils einer Lärmschutzwand an der Autobahn 3 bei Köln könnten Fehler bei der Montage gewesen sein. Recherchen des WDR haben ergeben, dass die Betonplatte mit Metallbügeln befestigt waren, die nicht für diesen Zweck zugelassen sind.

Unerlaubte Schweißarbeiten an Bauteilen?

Der Präsident der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen, Heinrich Bökamp, bestätigt, dass es an den Metallbügeln Spuren von Schweißarbeiten gibt. "Wenn diese Bauteile verändert wurden, hätten sie hier nicht verwendet werden dürfen", sagte Bökamp dem WDR.

Außerdem fehlten vorgesehene Unterlegscheiben. Wegen der Hinweise auf die Montage von fehlerhaften Bauteilen hat die Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft untersuchen jetzt Gutachter die Unglücksstelle und das verwendete Baumaterial. "Es kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht, die Frage, ob das Baumaterial in Ordnung war, ob die Aufhängung der Wand in Ordnung war, ob der Anbau ordnungsgemäß kontrolliert und gewartet worden ist. Es gibt verschiedene Dinge, die zu berücksichtigen sind. Aber das werden wir akribisch versuchen aufzuklären", sagte der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft Ulrich Bremer.

Bei dem Absturz der etwa 5 Tonnen schweren Betonplatte war am vergangenen Freitag, eine 66-jährige Autofahrerin ums Leben gekommen.  

Stand: 16.11.2020, 15:24

Weitere Themen