Starkregen in Erkrath: "Es ist kein Strom da, es ist alles tot"

Wasser strömt durch eine Eisenbahn-Unterführung.

Starkregen in Erkrath: "Es ist kein Strom da, es ist alles tot"

Der extreme Dauerregen macht weiten Teilen NRWs zu schaffen – besonders hart hat es Erkrath getroffen. Die Kanalisation kann den Wassermassen nur schwer standhalten, sogar der Strom musste teils abgestellt werden.

Seit 1 Uhr nachts ist nach Angaben der Stadt die Feuerwehr mit etwa 200 Kräften wegen des schweren Unwetters im Einsatz. Bereits bis mittags musste die Feuerwehr 108 Einsätze bewältigen. Auch ein Krisenstab ist eingerichtet. Vier Menschen mussten bislang vor dem Wasser gerettet werden: zwei aus einem Haus und zwei aus einem Auto. Verletzt wurde aber niemand.

Alt-Erkrath ist Hotspot

Besonders hart getroffen hat es den Stadtteil Alt-Erkrath. Zeitweise fiel sogar die Stromversorgung aus. "Es ist kein Strom da, es ist alles tot. Die sitzen bei Kerzenschein in der Wohnung und es tut sich nichts", berichet ein Anwohner dem WDR am Vormittag. Laut Stadt hätten die Stadtwerke in besonders gefährdeten Bereichen, den Strom partiell abschalten müssen, um die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit nicht zu gefährden.

Gefährdete Bereiche befinden sich zum Beispiel in der Bachstraße und der Morper Allee. Beide Straßen sind aktuell gesperrt. Laut Stadt kommt die Feuerwehr mit den Abpumparbeiten gut voran, da die Düssel aktuell rückläufig ist.

Überschwemmung in Alt-Erkrath

Überschwemmung in Alt-Erkrath

An der Freiheitstraße sowie der Mühlenstraße hat die Feuerwehr Sandsäcke gestapelt, um weiteren Überflutungen entgegenzuwirken. Die Stadt warnt besonders in diesem Bereich vor den Wassermassen. Gerade Autofahrer sollen überflutete Stellen und Unterführungen meiden.

Waschen und duschen vermeiden

Damit nicht genug. Mittwochmorgen wurden die Erkrather auch noch aufgerufen, möglichst auf Duschen, Wäsche waschen und aufs Geschirrspülen zu verzichten, um kein weiteres Abwasser zu produzieren. „Die Düssel ist übergetreten und drückt in die Überflutungsbecken“, sagt eine Sprecherin der Stadt. Aufgrund des anhaltenden starken Regenfalls seien die Abwasserkanäle stark überfüllt. Die Anwohner sollten nach Möglichkeit ausschließlich die Toilette benutzen.

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Flüchtlingsheim evakuiert

Etwa 100 Bewohner eines Wohnheims für Geflüchtete in Erkrath müssen wegen Überschwemmungen umziehen. Das Heim befindet sich in einem alten Schulgebäude, dort sei der Keller und die Sporthalle voll Wasser gelaufen, teilte die Stadt mit. Das Gebäude wird durch einen zusätzlichen Sicherheitsdienst gesichert. Gefahr für die Bewohner bestehe nicht.

Unterstützung aus ganz NRW

Die Feuerwehrleute, die seit 1 Uhr nachts im Dienst waren, wurden mittlerweile abgelöst. Unter der Leitung der Feuerwehr Duisburg erhält die Erkrather Feuerwehr Beihilfe von rund 150 Einsatzkräften aus ganz NRW. "Die überwältigende Unterstützung ist einfach großartig", so eine Sprecherin der Stadt.

Stand: 14.07.2021, 16:39