Vor Unwetter: Kein Sirenenalarm im Rheinisch-Bergischen Kreis

Warnsirene auf einem Hausdach

Vor Unwetter: Kein Sirenenalarm im Rheinisch-Bergischen Kreis

Von Udo Bühlmann

Nach der Flutkatastrophe wächst die Kritik über fehlende Warnhinweise an die Bevölkerung. Ein Sirenenalarm blieb aus.

Eine Woche nach der Flutkatastrophe gibt es Kritik über fehlende Informationen der Bevölkerung. Im Rheinisch-Bergischen Kreis gab es in der Flutnacht keinen Sirenenalarm.

Verzicht auf Sirenen bewusste Entscheidung

Nur in Rösrath fuhr die Feuerwehr mit Lautsprecherwagen durch die Stadt und warnte die Bevölkerung vor der Gefahr durch Hochwasser. Dass im Rheinische-Bergischen Kreis keine Sirenen heulten war keine technische Panne sondern gewollt. Der Einsatzleiter habe sich bewusst gegen das Auslösen der Sirenen entschieden, sagte die Sprecherin des Krisenstabes, Birgit Bär.

Überlastung der Leitstelle befürchtet

Der Einsatzleiter habe die Überlastung des Notrufs befürchtet. In der Flutnacht hätten alle zwölf Mitarbeiter in der Feuerwehrleitzentrale viele Anrufe bearbeiten müssen. Anrufer hätten Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Das habe die Entscheidung bestärkt, die Sirenen ausgeschaltet zu lassen.

Keine Sirenen in Wermelskirchen

Nur sieben der acht Städte des Kreises sind mit Sirenen ausgestattet. In Wermelskirchen gibt es nur vier mobile Sirenenanlagen. Auch sie wurden nicht eingeschaltet. Insgesamt wurde der Rheinisch Bergische Kreis stark vom Hochwasser getroffen. Straßen und Häuser in sechs der acht Städte wurden überflutet. Zwei Menschen starben. Jetzt sollen in allen Städten Sirenen installiert werden.

Stand: 22.07.2021, 15:19