Großes Tiersterben in Kölner Weihern vor zehn Jahren – und heute?

Enten klettern aus dem Blücherparkweiher ans Ufer

Großes Tiersterben in Kölner Weihern vor zehn Jahren – und heute?

Von Renate Streit

  • Tiersterben vor zehn Jahren in Kölner Weihern
  • Aufwändige Sanierungen
  • Auch heute noch Handlungsbedarf

Die Seele baumeln lassen und ein bisschen ausspannen in der Natur – das sollen die Stadtweiher ermöglichen. Auch Wasservögel, Fische und Pflanzen profitieren von den Gewässern im Stadtgebiet – allesamt angelegt bereits um 1900.

Tote Enten und Fische in den Weihern

Im Sommer vor zehn Jahren dagegen stand es schlecht um die Kölner Weiher in den Parks: Das Wasser brackig, fauliger Geruch, viele tote Wasservögel und Fische in den Weihern. Der Grund: Durch die Wärme hatten sich Algen und Bakterien explosionsartig vermehrt und es gab zu wenig Sauerstoff in den zum Teil nur einen Meter tiefen Gewässern, deren Wasserstand mit Trinkwasser aufgefüllt werden musste.

Vertiefen, entschlammen, sanieren

Der Stadtwaldweiher in Köln

Stadtwaldweiher in Köln

Heute sieht das anders aus. Stadt und Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) haben die 15 Weiher im Kölner Stadtgebiet saniert, vertieft, entschlammt und führen Frischwasser nicht mehr aus Trinkwasser zu.

So wird der Aachener Weiher mit Grundwasser aus den Lindenthaler Kanälen gespeist. Dazu hat er einen eigenen Grundwasserbrunnen bekommen. "Wasservögel fühlen sich hier wieder wohl – ebenso Karpfen, Hecht, Aal und Zander", sagt Kristian Wilhelm vom Coelner Angel- und Gewässerschutzverein. Der Verein ist Pächter der Stadtweiher, um dort angeln zu können und hat deshalb Wasserqualität und Fischbestand im Blick.

Wasservögel mussten zeitweise umziehen

Auch der Blücherparkweiher kann sich wieder sehen lassen – er wurde über knapp zwei Jahre wohl am aufwändigsten saniert: Er bekam ein neues Becken, neue Bepflanzung und wurde um gut einen Meter vertieft – auf 2,60 Meter. Dafür mussten Wasservögel und Fische umgesiedelt werden.

Auch der Klettenbergparkweiher, der Decksteiner Weiher und der Mülheimer Stadtgartenweiher haben neue Grundwasserbrunnen oder Schaumsprudler bekommen, die für mehr Sauerstoff im Wasser sorgen.

Keine Wasservögel füttern

Auch wenn die meisten Gewässer einen trockenen Sommer wohl überstehen werden, es gibt noch einiges zu tun. "Zum Beispiel den Stadtwaldweiher – auch Kahnweiher genannt – an der Dürener Straße entschlammen", sagt Kristian Wilhelm.

Und damit davon gar nicht erst so viel entsteht, erinnert er daran, dass Wasservögel nicht gefüttert werden sollten. Er sagt: "Das Brot verrottet am Weiherboden, verbraucht dabei den wichtigen Sauerstoff und wird zu Schlamm.“

Stand: 16.07.2020, 07:16