UN-Klimakonferenz in Bonn: Staaten können sich nicht einigen

Symbolfoto zur Klimakonferenz in Bonn.

UN-Klimakonferenz in Bonn: Staaten können sich nicht einigen

  • Klimaverhandlungen in Bonn gestalten sich schwierig
  • Keine Einigung in mehreren Punkten
  • Junge Klimaaktivisten bei Konferenz zugelassen

Tagelang streiten hunderte Verhandler aus mehr als 190 Staaten bei der UN-Klimakonferenz in Bonn darüber, ob "Wissenschaft" die oberste Richtschnur aller Klimapolitik bleiben soll. Nun gehen die Verhandlungen zu Ende, obwohl es in mehreren Punkten keine abschließende Einigung gibt.

Staaten bei Maßnahmen zum 1,5 Grad Ziel nicht einig

Sven Harmeling von der Entwicklingsorganisation CARE

Sven Harmeling von der Entwicklingsorganisation CARE

Einigen konnten sich die Staaten unter anderem nicht, wie der letzte Bericht des Weltklimarates umzusetzen sei. Darin werden zahlreiche Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius vorgeschlagen. Vor allem Saudi Arabien hat Front gegen diese Maßnahmen gemacht. Der Golfstaat lebt fast ausschließlich vom Klimakiller Erdöl. Sven Harmeling von der Entwicklungshilfeorganisation CARE findet die Blockade Saudi Arabiens sehr enttäuschend. Dennoch sei für ihn in den letzten Tagen erkennbar gewesen, wie viele Länder die Rolle der Wissenschaft anerkennen und die Vorschläge des Berichts ernst nehmen.

Vorbereitungen für nächsten Klimagipfel

Ein anderer wichtiger Punkt, der elf Tage lang verhandelt worden ist: die letzte noch fehlende Regel zur Umsetzung des historischen Pariser Klimaschutzabkommens soweit auszuarbeiten, dass die Staats- und Regierungschefs sie beim nächsten Klimagipfel im Dezember in Chile verabschieden können.

Keine gute Stimmung für das Klima

WDR 5 Morgenecho - Interview 28.06.2019 05:13 Min. Verfügbar bis 26.06.2020 WDR 5

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Viele junge Leute kommen zu Wort

Neu war bei dieser "Klimaarbeitskonferenz" in Bonn, dass sehr viele junge Leute zugelassen waren: nicht nur "Fridays for Future"-Vertreter kamen im Saal und auf den Gängen zu Wort. Die weltweiten Freitags-Demonstrationen haben offenbar Eindruck gemacht. Die Klimaaktivistin Sadie DeCoste aus Kanada warnte sogar die Politiker, die beim globalen Klimaschutz nicht mitziehen: "Wenn ihr euch beim Klimaschutz nicht mehr anstrengt, werden wir euch abwählen! Wir jungen Menschen werden zu den nächsten Klimagipfeln kommen, die Wahlurnen nutzen und die Straße, und es ist besser für euch, auf uns zu hören!"

In den nächsten Monaten wird es für die angesprochenen Politiker gleich mehrere Gelegenheiten geben, ihren Klimaschutzwillen unter Beweis zu stellen: ab Freitag beim G-20-Gipfel in Japan und bei mindestens drei weiteren Treffen von Staats- und Regierungschefs im Herbst 2019.

Start der Klimakonferenz in Bonn 01:50 Min. Verfügbar bis 17.06.2020

Stand: 27.06.2019, 18:04

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