Blockade der Hambachbahn beendet - Unfall verhindert

"Ende Gelände": eine Bilanz WDR aktuell 29.10.2018 01:45 Min. Verfügbar bis 29.10.2019 WDR

Blockade der Hambachbahn beendet - Unfall verhindert

  • Polizei trug rund 150 Menschen von den Gleisen der Hambachbahn
  • RWE kritisiert "unverantwortlichen Leichtsinn" der Aktionen
  • Polizei zieht positive Bilanz des Einsatzes

Die Polizei hat am Sonntagnachmittag (28.10.2018) etwa 150 Menschen von den Schienen der Hambachbahn weggetragen. Seit Samstag (27.10.2018) hatten etwa 2.000 Aktivisten den RWE-Transportweg lahmgelegt. Die Polizei bot den Aktivisten an, auf eine Strafanzeige zu verzichten, wenn sie die Gleise freiwillig räumten. Dieser Aufforderung kamen die meisten nach. Nur ein harter Kern harrte aus.

Gleichzeitig kam es im Rahmen der Räumung der Hambachbahn fast zu einem schweren Unfall. Ein Triebwagen überrollte beinahe zwei Demonstranten, die sich an die Gleise gekettet hatten, so die Polizei. Der Lokführer leitete aber rechtzeitig eine Notbremsung ein und erlitt einen Schock.

Tageszusammenfassung (Stand 16:45 Uhr)

03:05 Min. Verfügbar bis 28.10.2019

Polizeipräsident zieht positive Einsatzbilanz

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach zog am Montag (29.10.2018) eine positive Bilanz des Einsatzes rund um den Hambacher Forst. Man habe schlimme Szenarien verhindern können - mit einem klugen Einsatz. Dennoch: Beim Aktionswochenende "Ende Gelände" seien 14 Polizisten verletzt worden. Von Freitag bis Sonntagabend habe es 187 Festnahmen gegeben, unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen Polizeibeamte.

Weinspach äußerte bereits am Sonntag die Hoffnung, dass das Rheinische Braunkohlerevier nach diesem Protestwochenende nun zur Ruhe käme. Der Konflikt um die Braunkohle müsse endlich von der Politik gelöst werden.

RWE bezeichnet Proteste als "unverantwortlichen Leichtsinn"

Obwohl während der Blockade mehrere Kraftwerke von RWE nicht mehr mit Kohle beliefert werden konnten, hatten die Proteste dem Unternehmen zufolge keinen Einfluss auf die Stromproduktion. Dennoch sei RWE ein wirtschaftlicher Schaden entstanden.

In einer Pressemitteilung sprach das Unternehmen von einem "unverantwortlichen Leichtsinn" der Aktionen. Sowohl das Betreten der Tagebaue als auch der Hambachbahn sei lebensgefährlich gewesen. Außerdem seien zahlreiche Industrieanlagen von den Aktivisten zerstört worden, so RWE-Pressesprecher Jan-Peter Cirkel.

Aktivisten campieren auf Gleisen

Rund 2.000 Braunkohle-Gegner haben die Nacht auf den Gleisen der Hambachbahn verbracht. Das Protestbündnis "Ende Gelände" kündigte weiterer Aktionen für den Sonntag an.

Aktivisten auf Bahngleisen

Am Sonntag (28.10.2018) gingen die Braunkohle-Proteste am Hambacher Forst weiter. Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hatte dazu aufgerufen. Unter anderem hatten die Braunkohle-Gegner am Wochenende den Betrieb der Hambachbahn lahm gelegt.

Am Sonntag (28.10.2018) gingen die Braunkohle-Proteste am Hambacher Forst weiter. Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hatte dazu aufgerufen. Unter anderem hatten die Braunkohle-Gegner am Wochenende den Betrieb der Hambachbahn lahm gelegt.

Nach Angaben der Polizei hatten rund 2.000 Aktivisten die Nacht von Samstag auf Sonntag auf den Gleisen verbracht. Demonstranten hatten sich mit Isomatten und Schlafsäcken auf den Schienen breitgemacht.

Am Sonntagvormittag waren noch hunderte Demonstranten auf den Gleisen. Damit war der Kohlenachschub für einige RWE-Kraftwerke weiterhin unterbrochen. Viele Aktivisten hatten sich in wärmende Rettungsdecken eingerollt.

Polizeibeamte waren immer in Sichtweite der besetzten Bahnstrecke. Bei allen Demonstranten, die am Sonntagmorgen freiwillig die Gleise verließen, verzichtete die Polizei auf eine Strafanzeige und versprach freies Geleit.

Die Polizei war am Sonntagmorgen auch wieder mit Wasserwerfern vor Ort.

Kurz vor Mittag: Die meisten Aktivisten haben die Bahngleise verlassen. Die Polizei hatte eine Gruppe von rund 150 Protestlern, die immer noch auf den Schienen sitzen, umstellt.

Begleitet von der Polizei machten sich diese Braunkohle-Gegner wieder auf den Weg. Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hat weitere Aktionen für den Tag angekündigt.

Die letzten verbliebenen Aktivisten, die die Gleise nicht verlassen wollten, wurden am frühen Nachmittag von der Polizei zunächst eingekesselt.

Wer die Gleise daraufhin nicht freiwillig räumen wollte, wurde von den Beamten weggetragen.

Ein paar Braunkohlegegner machten es der Polizei noch schwieriger und seilten sich von einer Brücke ab.

Dann wurden die Aktivisten schließlich in eine bereitstehende RWE-Bahn verfrachtet.

Braunkohlegegner, die sich komplett dem Abtransport mit der Bahn verweigerten, legte die Polizei in Tragen, die dann von den Beamten die Böschung hinaufgezogen wurden.

Landwirte klagen wegen zerstörter Äcker

Betroffene Landwirte klagten über zerstörte Felder. "Ende Gelände" kündigte im Internet an, alle Ackerschäden, die Aktivisten verursacht haben, "angemessen zu entschädigen". Die Betroffenen sollten sich per E-Mail an "Ende Gelände" wenden.

Zudem sind in der Nacht zu Sonntag vier Busse in Titz-Rödingen ausgebrannt. Die Aachener Polizei untersucht, ob es einen Zusammenhang mit den Tagebau-Protesten gibt.

Gleise der Hambachbahn werden geräumt 00:31 Min. Verfügbar bis 28.10.2019

Stand: 29.10.2018, 16:25