Ende der Delivery-Gesellschaften bei der Post

Ein Mitarbeiter der Deutschen Post demonstriert im Rahmen eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi

Ende der Delivery-Gesellschaften bei der Post

Von Jörg Sauerwein

  • 13.000 Mitarbeiter ab 01.07.2019 wieder unter Haustarif beschäftigt
  • Vorangegangen waren Streiks und Verhandlungen mit Verdi
  • Post und Verdi werten neuen Tarif als Erfolg

Nach rund vier Jahren beendet die Post ihr Experiment mit 46 regionalen Delivery-Gesellschaften. Rund 13.000 Mitarbeiter sollen ab dem 1. Juli unter den Haustarif-Vertrag der Post fallen – und damit wieder unter dem selben Dach tätig sein, wie bereits mehr als 130.000 Mitarbeiter, die direkt bei der Post arbeiten.

Streiks und Verhandlungen zwischen Post und Verdi

Vorangegangen waren längere Verhandlungen der Post mit der Gewerkschaft Verdi. Die hatte immer wieder von einer Zweiklassengesellschaft innerhalb der Post gesprochen und das Modell kritisiert.

Im Jahr 2015 hatte es nach der Gründung der Delivery-Gesellschaften lange Streiks gegeben, da die Mitarbeiter in den neuen Gesellschaften nach dem Tarif Spedition und Logistik bezahlt werden und damit schlechter, als im Haustarif.

Verdi wertet neuen Tarifvertrag als Erfolg

Die Verdi-Verhandlungsführerin erklärte, es sei ein großer Erfolg, jetzt alle Post-Mitarbeiter wieder unter einem Tarifvertrag vereint zu haben. Dafür habe man auch leichte Einbußen hinnehmen müssen. Unter anderem werden Mitarbeiter künftig nicht mehr automatisch alle zwei Jahre in höhere Lohnstufen eingruppiert, sondern erst alle vier Jahre.

Die Post spricht ebenfalls von einem Erfolg. Unter anderem entfallen viele organisatorische Probleme, die durch die insgesamt 46 Delivery-Gesellschaften entstanden sind.

Stand: 27.03.2019, 16:10

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