Vogelgrippe: NABU geht nicht von Ausbreitung entlang des Rheins aus

Warnschild mit der Aufschrift "Wildvogel-Gefügelpest Beobachtungsgebiet" an einer Landstraße in Xanten

Vogelgrippe: NABU geht nicht von Ausbreitung entlang des Rheins aus

Von Ludger Kazmierzak

In Nordrhein-Westfalen ist erstmals bei einem Wildvogel die Geflügelpest nachgewiesen worden. Der NABU hofft, dass der Niederrhein verschont bleibt.

Nachdem bekannt wurde, dass am Rhein-Deich in Emmerich eine Wildgans mit dem hochansteckenden H5N8-Virus infiziert gewesen und daran verendet ist, geht der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nicht davon aus, dass sich die Vogelgrippe entlang des Rheins ausbreiten wird.

"Derzeit werden in ganz Nordwesteuropa zahlreiche Fälle von Vogelgrippe sowohl bei Wildvögeln, als auch in Geflügelhaltungen festgestellt. Beide können bei der Verbreitung eine Rolle spielen. Die arktischen Wildgänse am Niederrhein waren beim letzten Ausbruch der Vogelgrippe im Jahr 2017 nicht betroffen. Auch legen kranke Wildvögel keine großen Strecken mehr zurück, so dass wir hoffen, dass der Niederrhein weitgehend verschont bleibt", erklärt Volkard Wille vom NABU in Kranenburg.

Der Kreis Kleve empfiehlt Geflügelhaltern, darauf zu achten, dass zum Beispiel die Futter- und Trinkstellen ihrer Hühner oder Gänse für Wildvögel nicht erreichbar sind. Die auch unter "Vogelgrippe" bekannte Krankheit grassiert bereits in Norddeutschland und in den Niederlanden - auch in der Provinz Gelderland, die direkt an Kleve grenzt. Dort mussten bereits tausende Tiere gekeult werden.

Geflügelhalter sollen sich auf Stallpflicht vorbereiten

Da sich rund um den Fundort des Zugvogels in Emmerich keine Geflügelbetriebe befinden, verzichten die Behörden darauf, eine Schutzzone einzurichten. Die Lage werde aber intensiv beobachtet, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. Sollte sich das Virus weiter ausbreiten, sei eine Stallpflicht denkbar. Das Veterinäramt bittet die Geflügelhalter deshalb, sich jetzt schon auf die mögliche Umsetzung einer solchen Anordnung vorzubereiten.

Der Kreis empfiehlt seinen Bürgern, tote Aas- und Greifvögel auf keinen Fall anzufassen, sondern liegen zu lassen und direkt die Veterinärabteilung zu informieren.

Stand: 20.11.2020, 12:45

Weitere Themen