Köln: Gedenken an Stadtarchiv-Einsturz vor 11 Jahren

Das eingestürzte Kölner Stadtarchiv aus der Luft betrachtet

Köln: Gedenken an Stadtarchiv-Einsturz vor 11 Jahren

  • Stadt Köln hielt Gedenkfeier an der Unglücksstelle
  • Gutachter muss Braunkohleschicht überprüfen
  • Erste Bahnen könnten Ende dieses Jahrzehnts fahren

Am Dienstag (03.03.2020) vor elf Jahren ist das Kölner Stadtarchiv im Severinsviertel eingestürzt. Zum ersten Mal hat die Stadt Köln eine öffentliche Gedenkzeremonie veranstaltet. Bisher hatte eine private Initiative eine Feier abgehalten.

Klaffende Wunde der Stadt

Zum Zeitpunkt des Einsturzes kurz vor 14.00 Uhr schwiegen die Menschen an der Baugrube und gedachten der Opfer. Darunter mehrere, die damals in letzter Sekunde das Gebäude noch verlassen konnten. Zwei junge Männer aber starben bei dem Einsturz.

Schweigeminute am Stadtarchiv in Köln mit Gedenkbäumen und mehreren Personen

Schweigeminute am Stadtarchiv in Köln mit Gedenkbäumen

Eine Anwohnerin nahm sich später vermutlich aus Verzweiflung das Leben, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Der Archiveinsturz teile die Stadtgeschichte in zwei Teile. In ein vorher und ein nachher, so Reker. Viele Kölner empfinden die Einsturzstelle immer noch als klaffende Wunde der Stadt.

Untersuchungen dauern an, Weiterbau der U-Bahn verzögert sich

Wann genau der Bau der U-Bahn fortgesetzt werden kann, ist noch offen. Ein Gutachter muss für den noch bevorstehenden Zivilprozess eine Braunkohleschicht in 33 Metern Tiefe überprüfen. Das wird laut Stadt Köln mindestens noch ein halbes Jahr dauern. Nach einer groben Schätzung sei es möglich, dass die ersten Bahnen Ende des Jahrzehnts fahren, sagen die Kölner Verkehrsbetriebe.

Behinderungen im Verkehr kommen

Eine Belastung kommt auf die Kölner schon in diesem Frühjahr zu. Die Severinstraße wird für den Auto- und Fahrradverkehr gesperrt, weil sie und der Unterbau an der Einsturzstelle saniert werden müssen.

Stand: 03.03.2020, 14:37