Auslieferung des Aachener Elektro-Kleinwagens e.GO stockt

Ein weißes e.Go Modell im Vordergrund auf einer Montageplatte. Dahinter stehen weitere Modelle.

Auslieferung des Aachener Elektro-Kleinwagens e.GO stockt

  • 1000 Fahrzeuge waren für dieses Jahr geplant
  • Deutlich weniger Auslieferungen
  • Probleme mit Batterie
  • Vorbesteller müssen warten

Bei der Auslieferung des ersten e.GO im Mai dieses Jahres war viel Prominenz anwesend. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ließ es sich nicht nehmen, eine Probefahrt zu machen. Laschet war voller Bewunderung für die Leistung des Firmengründers Günther Schuh, der tausenden Menschen Arbeit gebe. Auch Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp geriet ins Schwärmen. Schon bald werde man viele e.GO-Autos auf den Straßen sehen, so seine Prognose.

Firmengründer räumt Probleme ein

Das schien realistisch - bei rund 3.300 Vorbestellungen für den e.GO Life zum Preis ab 16.000 Euro. So günstig gibt es sonst kein Elektroauto. Bis Ende des Jahres wollten die Aachener Autobauer 1000 Modelle auf die Straße bringen. Das wird nicht mehr gelingen. Vier Monate nach der festlichen Präsentation fragen sich viele. Wo ist eigentlich der e.GO? Auf den Straßen sieht man ihn kaum. Professor Günther Schuh räumt Probleme ein. Bei Tests habe sich gezeigt, dass die Batterie nicht ausreichend wasserdicht sei. Die Nachbesserungen kosteten Zeit.

2020 soll alles besser werden

Günther Schuh hofft, bis Ende des Jahres noch rund 600 Fahrzeuge ausliefern zu können. Danach sollen die restlichen Vorbestellungen bis April bedient werden. Und dann soll es so richtig losgehen. Eine Stückzahl von bis zu 10.000 Autos hält der Professor im kommenden Jahr für möglich; danach denkt er sogar an 20.000 pro Jahr. Und dann könnten auch etwa 1500 Mitarbeiter in den e.GO-Werkshallen arbeiten. Natürlich nur, wenn es nicht zu neuen Verzögerungen bei der Herstellung der Fahrzeuge des ehrgeizigen Start-ups aus Aachen kommt. 

Neues Problem: Verschärfte EU-Regeln für Autobauer

Und dann könnte auch noch ein Problem hinzukommen. Ab 2020 müssen die Autohersteller in der EU einen einen neuen niedrigeren CO2-Grenzwert für ihre jeweilige Flotte einhalten. Ansonsten drohen Strafgelder. Um das Ziel zu erreichen, werden auch die Großen der Branche verstärkt Elektroautos anbieten. Heißt: Der e.GO bekommt voraussichtlich verstärkt Konkurrenz, auch im Niedrigpreissektor. Zu beobachten gerade jetzt auf der IAA in Frankfurt. Dort ist Professor Schuh mit seinem e.GO übrigens nicht vertreten.

Erster e.GO wird ausgeliefert Lokalzeit aus Aachen 09.05.2019 02:32 Min. Verfügbar bis 09.05.2020 WDR Von Bettina Staubitz-Wirtz

Stand: 11.09.2019, 18:06