Tote Elefanten in Botswana: Kölner Zoo-Chef "stark getroffen"

Ein toter Elefant liegt in einem Gebüsch in Botswana

Tote Elefanten in Botswana: Kölner Zoo-Chef "stark getroffen"

  • Rätselhaftes Massensterben von Elefanten in Botswana
  • Chef des Kölner Zoos "stark getroffen" von der Nachricht
  • Wilderei oder Vergiftung? Eher nicht

Die Bilder, die am Okavango-Delta aus der Luft gemacht wurden, sind verstörend: Elefanten liegen tot am Boden, manche kopfüber, als wären sie vom Blitz getroffen worden. Mindestens 275 verendete Tiere wurden bisher gezählt, vielleicht sind es auch viel mehr.

"Da zählt jedes Tier"

Direktor des Kölner Zoos Theo Pagel

Zoo-Direktor Theo Pagel

Theo Pagel, Chef des Kölner Zoos mit 14 asiatischen Elefanten, ist "stark getroffen", nachdem er die Nachricht hörte. "Das sind nicht zwei oder drei Tiere. 275, das ist eine große Menge." Auch wenn man bei einer Zählung vor einigen Jahren auf 156.000 Tiere kam: Nicht zuletzt wegen der illegalen Wilderei seien sie vom Aussterben bedroht. "Da zählt wirklich jedes Tier."

Elefanten sind große Sympathieträger

Kleine Kölner Elefanenkuh ,,Leev Ma Rie''

"Leev Ma Rie" ist der Liebling der Besucher im Zoo

Woran die Elefanten gestorben sein könnten - "wenn ich das wüsste, würden sich viele freuen". Pagel weiß, dass Elefanten ganz besondere Sympathieträger sind, "intelligent, sozial und süß", und deswegen die Nachricht vom Massensterben vielen Menschen sehr nah geht.

Wilderei? Vergiftung? Eher nein

Das Rätsel kann er aber nicht lüften, nur Vermutungen anstellen. Er schließt aus, dass die Tiere gewildert wurden: "Sie haben alle noch ihre Stoßzähne." Eine Vergiftung oder Milzbrand kommen für ihn ebensowenig in Frage, weil die auch andere Tiere getötet hätten.

Jetzt hofft er auf die Ergebnisse der Blut- und Gewebeproben, die inzwischen genommen wurden. Da ist er optimistisch: "Im südlichen Afrika sind die Experten bei Wildtiermanagement und Veterinärmedizin sehr gut aufgestellt."

Die freie Wildbahn ist kein Paradies

Sorgen um seine Kölner Herde - eine Leitkuh mit Freundinnen und Verwandten "und zwei Bullen, die ab und zu vorbeikommen" - macht sich Pagel nicht. "Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es sich um ein Virus handelt, das um die Welt geht. Dann wäre es schon in anderen Gegenden aufgetreten."

Die Silhouetten zwei afrikanischer Großelefanten vor einem Sonnenuntergang im Nxai Pan Nationalpark

Nur scheinbar ein Paradies

Wenn Krankheiten wie die Kuhpocken im Zoo auftreten, dann könnten sie behandelt werden - "mit viel Aufwand, aber erfolgreich". In freier Wildbahn sei das anders: Wer krank ist, stirbt. "Das ist eben kein Paradies." Aber ein solches Massensterben? "Das ist eine mehr als außergewöhnliche Geschichte."

Stand: 03.07.2020, 20:40

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