Verstorbene Bauarbeiter werden nach Hauseinsturz in Düsseldorf obduziert

Verstorbene Bauarbeiter werden nach Hauseinsturz in Düsseldorf obduziert

  • Hauseinsturz in Düsseldorfer Innenstadt
  • Verstorbene Bauarbeiter werden obduziert
  • Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Nach dem Teileinsturz des Hauses in der Düsseldorfer Innenstadt werden die zwei verstorbenen Bauarbeiter obduziert. Die Obduktion werde durchgeführt, weil der Verdacht auf Fremdverschulden bestehe. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und des Verdachts auf Baugefährdung aufgenommen.

DNA-Test klärt Identität der getöteten Bauarbeiter

Ein Bauarbeiter ist ein 35-jähriger Mann aus Wuppertal. Er konnte am frühen Mittwochabend (22.07.2020) geborgen werden. Der zweite Tote ist ein 39-jähriger Mann aus Duisburg. Er wurde am Donnerstagmorgen (23.07.2020) aus den Trümmern geholt.

Die Höhenretter der Feuerwehr hatten die Verschütteten mithilfe zweier Baukräne geborgen. "Die Trümmerteile und das eingestürzte Gerüst waren ineinander verkeilt, sodass wir dort sehr besonnen vorgehen mussten, um keinen weiteren Einsturz auszulösen", so ein Feuerwehrsprecher.

Feuerwehreinsatz beendet

"Wir waren rund um die Uhr, über 72 Stunden im Einsatz. Die erste Pause haben wir eingelegt als der zweite Verschüttete geborgen wurde", so die Feuerwehr. Am Donnerstagnachmittag wurde die Unglückstelle dann an die Kriminalpolizei übergeben.

Das mehrgeschossige Haus im Stadtteil Friedrichstadt war bei Sanierungsarbeiten am Montagmittag plötzlich zusammengestürzt.

Hauseinsturz in Düsseldorf: Bilder vom Großeinsatz

Nachdem ein Teil eines Hauses in Düsseldorf eingestürzt ist, haben Rettungskräfte zwei Bauarbeiter tot in den Trümmern gefunden. Ihre Leichen wurden am Mittwochabend (29.07.2020) geborgen.

Feuerwehrmann steht in einem Türrahmen, Gebäudetrümmer im Vordergrund

Nachdem ein Teil eines Hauses in Düsseldorf eingestürzt ist, haben Rettungskräfte zwei Bauarbeiter tot in den Trümmern gefunden.

Nachdem ein Teil eines Hauses in Düsseldorf eingestürzt ist, haben Rettungskräfte zwei Bauarbeiter tot in den Trümmern gefunden.

Nach dem zweiten vermissten Bauarbeiter wurde gut zwei Tage gesucht.

Teile des Gebäudes sowie das Baugerüst waren am Montagmittag (27.07.2020) auf einer Höhe von dreieinhalb Geschossen eingestürzt.

Bereits in der Nacht zu Dienstag haben die Einsatzkräfte erste Trümmer- und Gerüstteile aus dem Einsturzgebiet entfernt.

Bei den Bergungsarbeiten wurden auch zwei Baukräne eingesetzt.

Die Bergungsarbeiten für die Einsatzkräfte waren schwierig.

Das Haus stand leer, es wurde kernsaniert. Die Ursache des Einsturzes ist noch unklar.

Die Bewohner von drei Nachbarhäusern mussten ihre Wohnungen vorsichtshalber verlassen. Die Straßen im Umfeld wurden gesperrt.

Auch die Nachbargebäude wurden gesichert - eine Einsturzgefahr besteht dort jedoch nicht.

Die Unglücksstelle im Hinterhof eines Gebäudes auf der Luisenstraße in Düsseldorf-Friedrichstadt.

Leichen nach Hauseinsturz geborgen

00:26 Min. Verfügbar bis 30.07.2021

Baugenehmigung erst am Montag

Die Ermittler der Staatsanwaltschaft wollen nun klären, welche Arbeiten am Gebäude durchgeführt wurden, ob diese hätten genehmigt werden müssen und wodurch der Einsturz verursacht wurde. Unterlagen zu dem Bauvorhaben wurden aus dem städtischen Bauamt für eine Auswertung sichergestellt.

Laut Stadt wurde für die geplanten Arbeiten in dem Gebäude erst am Montag kurz nach dem Einsturz eine Baugenehmigung erteilt. Allerdings durften die Arbeiten noch nicht beginnen, weil der Bauherr keinen notwendigen Nachweis über eine sichere Statik vorgelegt habe. Es gebe außerdem den Anfangsverdacht, dass die Sorgfaltspflicht verletzt wurde, so eine Sprecherin. Das müsse aber nicht zwingend der Bauherr selbst gewesen sein.

"Vier-Augen-Prinzip" bei Standsicherheit

Bevor größere Umbauten - zum Beispiel an tragenden Wänden - beginnen können, müssten zwei Prüfstatiker unabhängig voneinander die Standsicherheit des Gebäudes bestätigen, erklärt Bauingenieur Volker Boueke. Bei dem eingestürzten Haus in der Luisenstraße habe dieser Sicherheitsnachweis laut Stadt aber nicht vorgelegen.

Statik der Nachbarhäuser wird überprüft

Statiker überprüfen jetzt die Standfestigkeit der Nachbarhäuser. Erst, wenn diese als gegeben gilt, können die Anwohner zurück in ihre Wohnungen.

Stand: 31.07.2020, 17:19