Immobilienboom in der Eifel durch Corona-Pandemie

Schild mit der Aufschrift "zu verkaufen", welches mit einem Aufkleber mit der Aufschrift "verkauft" überklebt wurde

Immobilienboom in der Eifel durch Corona-Pandemie

Von Sabine Rieck

Die Preise für Immobilien in der Nordeifel sind stark gestiegen. Häuser und Grundstücke sind in den vergangenen Jahren um rund ein Drittel teurer geworden. Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass sich viele nach Landleben sehnen.

Dr. Carola Braun ist Immobilienmaklerin in Roetgen und kann sich vor Nachfragen derzeit kaum retten. "Ich bin total ausverkauft", so Braun. Sobald sie Eifel-Immobilien in sozialen Netzwerken oder im Internet platziert, muss sie nach wenigen Stunden die Anzeige wieder entfernen. "Meist ist das Objekt bereits nach einem Tag verkauft", erzählt die Maklerin.

Sie erkennt, dass die Nachfrage nach einem Eigenheim in der Eifel vor allem durch die Corona-Pandemie stark zugenommen hat. "Viele haben erkannt, wie schön es ist, einen eigenen Garten zu haben. Viele Kunden benötigen durch das Arbeiten im Homeoffice plötzlich ein weiteres Zimmer." Ebenso sieht sie, dass viele in Wohnungen oder Grundstücke investieren, um eine sichere Kapitalanlage zu besitzen. "In einem Neubau-Mehrfamilienhaus in Simmerath waren die Wohnungen vor dem ersten Spatenstich bereits verkauft."

Deutlicher Preisanstieg

Die Preise für Immobilien und Baugrundstücke sind nach Einschätzung von Maklerin Claudia Driehuijs in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt um ein Drittel gestiegen. "Für 100.000 Euro finden Sie heutzutage kein Schnäppchen mehr." Sie führt ihr Büro in Simmerath.

Früher kauften bei ihr vorwiegend Niederländer, heute kommen ihre Kunden aus ganz Deutschland. "Mittlerweile kaufen immer mehr Leute auch Gaststätten und bauen diese zu Ferienimmobilien um." Sie macht sich Sorgen, dass Einheimische bald kein Eigenheim mehr finden, wenn nicht schnell genug Bauland in den Eifel-Kommunen ausgewiesen wird.

Traum vom Eifel-Haus

Vater und Tochter vor Einfamilienhaus

Marcus Laschet und seine Tochter

Marcus Laschet hatte Glück. Sein Traum vom Eifel-Haus hat sich erfüllt. Seit über zehn Jahren wohnt der Koch bereits in Monschau-Kalterherberg. Nach der Scheidung suchte er für sich und seine Tochter ein Haus im Grünen. "Besondere Häuser muss man hier schnell kaufen", betont der 47-Jährige. Nach drei Monaten intensiver Suche schlug er zu und sicherte sich einen alten Vorkriegs-Bauernhof mit 170 Quadratmetern Wohnraum. "Ich kannte per Zufall die Besitzerin, so konnte ich mir die hohen Maklerkosten sparen."

Dennoch musste er viel investieren. Sämtliche Fenster und Bodenbeläge wurden erneuert. Ein halbes Jahr Modernisierung hat sich in seinen Augen – vor allem wegen Corona – ausgezahlt: "Nach dem Homeschooling mit meiner Tochter kann ich hier jederzeit eine Schneeballschlacht oder eine spontane Treckerfahrt machen", so Laschet. "Ich weiß natürlich, dass das auch gelebter Luxus ist, den nicht jeder hat."

Stand: 22.01.2021, 17:17