Eichenprozessionsspinner: Badegäste klagen über Ausschlag

Eichenprozessionsspinner: Badegäste klagen über Ausschlag

  • Eichenprozessionsspinner im Waldbad Hilden
  • Badegäste klagen über Ausschläge
  • Stadtwerke: Sämtliche Bäume werden untersucht

Obwohl die Stadtwerke wussten, dass es im Waldbad in Hilden einen Befall von Eichenprozessionsspinnern gab und Badegäste aktuell über Ausschläge klagen, hat es weiterhin geöffnet. Das ist der Vorwurf von Ursula Brandes aus Wuppertal. Am Dienstag (25.06.2019) sagte sie dem WDR, dass mehrere Familienmitglieder am Sonntag (23.06.2019) in dem Freibad waren und jetzt einen Ausschlag haben.

Pusteln bei Dreijährigen am ganzen Körper

Ihr dreijähriger Pflegesohn habe am Morgen nach dem Besuch im Waldbad geweint und sich am ganzen Körper gekratzt: "Er hat den ganzen Körper voller Pusteln. Jetzt muss ich ihn vier Mal täglich duschen und mit Cortisonsalbe einreiben." Da sie sich nicht anders zu helfen wusste, hatte sie den Vorfall bei Facebook verbreitet, der dort bereits über 3.500 Mal geteilt wurde.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Nach ihrem Beitrag bei Facebook habe sie "locker 50 Nachrichten" von Menschen bekommen, die ebenfalls am Sonntag im Waldbad schwimmen waren und über Ausschlag klagen.

Stadtwerke: Tägliche Kontrolle des Waldbades

Nach Angaben der Stadtwerke Hilden wurde vor gut einer Woche eine Firma damit beauftragt, die Nester der Eichenprozessionsspinner zu entfernen. Außerdem würden die Außenanlagen täglich durch die Mitarbeiter kontrolliert. Aktuell sei kein Befall durch den Eichenprozessionsspinner wahrnehmbar.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Nachdem die Stadtwerke über Ausschläge bei Badegästen informiert wurden, wurden "vorsorglich weitere Maßnahmen eingeleitet": So wurde ein Teil der Liegewiese abgesperrt und an den Waldbad-Eingängen seien Hinweise veröffentlicht worden.

Ursula Brandes kritisiert aber: "Ja, aber die wurden erst jetzt angebracht." Sie ist der Auffassung, dass das bereits hätte geschehen müssen, als die Stadtwerke von den Nestern erfahren hatten.

Ursula Brandes zeigt den Ausschlag ihres Pflegesohns auf Facebook

Ursula Brandes zeigt den Ausschlag ihres Pflegesohns auf Facebook

Das Umweltbundesamt empfiehlt ein Absaugen der Nester und - wenn es notwendig ist - ein Absperren des Geländes. Eine Sprecherin sagte auf Nachfrage: "Wenn das Nest abgesaugt wurde, heißt das nicht, dass nicht noch einzelne Härchen an der Rinde des Baumes verbleiben können."

Was können Betroffene tun?

Das Wichtigste ist, die Kleidung sofort zu wechseln und am besten separat von anderen Kleidungsstücken zu waschen, da die Brennhaare der Raupen gut haften. Eine Fusselrolle kann ebenfalls helfen.

Bei kleineren Hautreaktionen können Lotionen aufgetragen werden, die auch bei Juckreiz nach Mückenstichen helfen. Bei stärkeren Beschwerden sollte allerdings ein Arzt aufgesucht werden, der eventuell Cortison verschreibt.

Stand: 25.06.2019, 19:23