Bonner Amtsgericht: Drei Jahre Haft für Familienvater

Das Landgericht in Bonn aus frontaler Ansicht.

Bonner Amtsgericht: Drei Jahre Haft für Familienvater

Von Ulrike Schödel

  • Familienvater griff Ehefrau und deren Liebhaber an
  • Angeklagter habe sich in "Ausnahmesituation" befunden
  • Ehefrau soll nur durch Glück überlebt haben

Das Bonner Amtsgericht hat am Montag (09.07.2018) einen vierfachen Familienvater wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt. Der 33-Jährige Paketfahrer hatte seine Ehefrau in flagranti mit einem jungen Mann im gemeinsamen Schlafzimmer erwischt - er griff den 21-Jährigen an, würgte und schlug ihn.

Angeklagter stach auf Ehefrau ein

Als seine Ehefrau sich schützend vor den Liebhaber stellte, holte er ein Messer aus der Küche und stach auf seine Frau ein. Als die Frau schreiend auf die Straße lief, ließ er von ihr ab.

33-Jähriger wurde mit Freund der Familie betrogen

Der Angeklagte habe sich in einer Ausnahmesituation befunden, befand der Schöffenrichter, als er entdeckte, dass er von seiner Frau mit einem jungen Freund der Familie betrogen wurde. Der Angeklagte schilderte im Prozess seine Überforderung: "Ich war nicht bei vollem Bewusstsein, mein Kopf hat nicht richtig gearbeitet, ich wusste nicht, was ich in der Hand hatte."

Ehefrau habe nur durch Zufall überlebt

Auch die Ehefrau bereute ihr Handeln. Trotz des Messerangriffs wollte sie nicht, dass der Vater der vier gemeinsamen Kinder verurteilt wird. Aber dass sie den Gewaltexzess überlebt hat, so hieß es im Urteil, sei reiner Zufall gewesen.

Stand: 09.07.2018, 15:36