Geldern: Edelstein-Paketsendung verschollen

Geldern: Edelstein-Paketsendung verschollen

Von Michael Jung

  • Paketsendung mit Edelsteinen seit Monaten verschollen
  • Gelderner hatte mit DHL-Anfragen bisher keinen Erfolg
  • Verbraucherzentrale: Bis zu 70 Paket-Beschwerden pro Tag

Norbert Pooten ist ein geduldiger Mann: Als Hobby-Edelsteinschleifer feilt er an manchem Amethyst oder Turmalin mehr als eine Woche. Aber jetzt platzt dem 74-Jährigen aus Geldern doch der Kragen: Seit mehr als einem Vierteljahr wartet er auf Auskunft über ein Paket, das er per DHL verschickt hatte. Mit seinen Reklamationen bei dem gelben Paketriesen hatte Pooten jedoch bislang keinen Erfolg.

Mehrere Telefonate mit DHL-Hotlines

Norbert Pooten mit Brille und blauem Pullover

Norbert Pooten will sein wertvolles Paket wiederfinden

Zehn Edelsteine hatte Pooten am 22. Mai 2018 auf den Weg zum Händler in Portugal geschickt. Den Wert der Sendung beziffert er für sich auf 2500 bis 3000 Euro. Doch laut DHL-Online-Tracking konnte das Paket nicht zugestellt werden und landete am 11. Juli wieder im Paketzentrum Krefeld. Und da verliert sich die Spur. „Meine Frau hat zwei Vormittage mit den DHL-Hotlines telefoniert“, erzählt Pooten.

DHL habe erst mal eine vollständige Inhaltsangabe mit Wertnachweis haben wollen, bevor sie die Suche starten könne. Diesen Nachweis konnte Pooten bei mehr als 20 Jahre alten Steinen nicht liefern. Und so ging weitere Zeit ins Land. Pooten fuhr sogar selbst nach Krefeld, um vielleicht einen Ansprechpartner zu finden. Vergeblich.

Inzwischen ist DHL offenbar doch aktiv geworden. Doch obwohl das Paket jetzt seit dreieinhalb Monaten unterwegs ist, ist der Fall für DHL-Sprecher Rainer Ernzer „zu frisch“, um sich auf WDR-Anfrage dazu zu äußern. Stattdessen gibt es nur ein allgemeines schriftliches Statement: Wo sich ein Paket zwischen den einzelnen Scanereignissen auf dem Postweg befinde, bilde das System nicht ab.

Verbraucherzentrale: Bis zu 70 Beschwerden täglich

Die Verbraucherzentrale NRW sammelt Fälle wie diesen auf ihrer Internetseite post-ärger.de. Täglich gingen 30 bis 70 Beschwerden über die deutschen Paketdienstleister ein, erzählt Verbraucherjurist Julian Graf. Der Branche stellt er ein schlechtes Zeugnis aus: Die Paketdienste hätten mit dem wachsenden Onlinehandel nicht Schritt gehalten, Logistik und Service seien verbesserungswürdig.

Und an Norbert Pooten richtet er den Appell: Durchhalten und sich nicht abwimmeln lassen. Manchmal tauchten Pakete auch nach längerer Zeit wieder auf. Geduld hat der Edelsteinschleifer ja.

Stand: 13.09.2018, 16:50

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