Betrunken auf E-Scooter: Führerschein weg

Ein Mann fährt mit einem E-Scooter.

Betrunken auf E-Scooter: Führerschein weg

  • Alkoholfahrt auf E-Scooter kann Führerschein kosten
  • Wird genau wie Alkoholfahrt im Auto behandelt
  • TÜV: Das Fahren sollte vorher geübt werden

Eine Alkoholfahrt auf einem E-Scooter (Elektro-Tretroller) kann den Auto-Führerschein kosten. Laut einer Mitteilung vom Donnerstag (04.07.2019) stoppte die Polizei in Köln einen betrunkenen E-Scooter-Fahrer, der in Schlangenlinien fuhr. Eine Messung ergab einen Blutalkoholwert von 1,1 Promille. Daraufhin beschlagnahmten die Beamten den Führerschein des 21 Jahre alten Fahrers.

Der Mann zeigte sich überrascht. Die Polizei weist darauf hin, dass das Führen von Elektro-Kleinstfahrzeugen unter Alkoholeinfluss wie das Führen anderer Kraftfahrzeuge, zum Beispiel Autos, geahndet wird.

E-Scooter starten in mehreren NRW-Städten

WDR 5 Profit - aktuell 17.06.2019 03:36 Min. Verfügbar bis 16.06.2020 WDR 5

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Je nach Grad der Alkoholisierung (Promillewert) beziehungsweise dem Umfang alkoholbedingter Ausfallerscheinungen begeht ein Führer eines E-Scooters eine Straftat nach § 316 StGB oder bei einer Gefährdung sogar eine Straftat nach § 315 c StGB. Verursacht ein betrunkener E-Scooter-Fahrer einen Unfall mit Personenschaden oder hohem Sachschaden, muss er zudem mit erheblichen zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Auch nüchterne E-Scooter-Fahrer sollten üben

Generell empfiehlt der TÜV Rheinland, die Nutzung eines Elektro-Tretrollers zu üben. "Man sollte sich nicht sofort in den öffentlichen Verkehr begeben, sondern zunächst auf einem geschützten Platz üben", sagte Thomas Rohr, Zweiradexperte des TÜV Rheinland, am Donnerstag in Köln. Kurvenfahren, Bremsen, Ausweichmanöver und Gas geben sollten in Ruhe ausprobiert werden.

"Selbst für geübte Radfahrer ist die Nutzung eines E-Scooters ein ganz neues Gefühl", warnte Rohr. Wegen der kleinen Räder reagierten E-Scooter auf Bordsteinkanten, Bodenwellen und sonstige Unebenheiten anders als Fahrräder. Auch der schmalere Lenker sei gewöhnungsbedürftig.

Unter technischen Gesichtspunkten seien die in Deutschland bisher zugelassenen Modelle sicher. Unfälle passieren nach Einschätzung des TÜV nahezu ausschließlich durch Fehler des E-Roller-Fahrers oder anderer Verkehrsteilnehmer.

Stand: 04.07.2019, 15:50

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