Fahrtauglichkeitstest für E-Scooter

Fahrtauglichkeitstest vor der Scooter-Fahrt

Stand: 03.02.2022, 17:27 Uhr

Fahrer von E-Scootern müssen zukünftig bei mehreren Anbietern in Köln einen Fahrtauglichkeitstest machen, bevor sie starten können. Das soll Unfälle verhindern.

Von Jens Gleisberg

Jeweils donnerstags bis sonntags von den Abendstunden bis zum frühen Morgen muss ein kurzer Reaktionstest absolviert werden. Dabei erscheinen auf der App beim Anbieter Bolt Symbole, die innerhalb einer vorgegeben Zeit angetippt werden müssen.

Wer zu langsam reagiert, bekommt eine Empfehlung der Firma, die Fahrt nicht anzutreten. Allerdings bleibt es bei dem Appell. Gefahren werden kann trotzdem, nüchtern oder alkoholisiert. Der Scooter wird also nicht automatisch gesperrt.

Appell an die Scooter-Nutzer

Das Konkurrenzunternehmen Voi ist mit dem Reaktionstest noch in der Probephase. Bei Voi erscheinen Helme in der App, die recht schnell angeklickt werden müssen. Ansonsten gilt der Test als nicht bestanden.

Ein Problem dabei ist noch nicht gelöst: Denn auch komplett nüchterne Menschen können bei dem Test durchfallen und der Scooter wird nicht freigeschaltet. Etwa weil sie nicht flink genug mit dem Handy umgehen können. Und es besteht die Möglichkeit, dass ein anderer Nutzer als der Fahrer oder die Fahrerin den Test absolviert.

Deswegen steht noch die Entscheidung aus, ob es bei einer Empfehlung bleibt oder die Fahrt dann grundsätzlich nicht angetreten werden kann, sagt dazu ein Sprecher des Unternehmens.

Die bisherigen Tests hätten allerdings gezeigt, dass auch die verschickte Empfehlung Wirkung zeigt. Ein Fünftel der Fahrer und Fahrerinnen steigen danach nicht auf den Scooter.

 Unfälle haben zugenommen

Nicht alle Anbieter werden allerdings diesen Weg gehen. Die E-Scooter-Verleihfirma Lime schreibt auf Anfrage, dass sie statt dessen mit der Sensibilisierung zum Thema Fahrtauglichkeit gute Erfahrungen gemacht hätte. Die Vermittlung eines ernsthaften Risikobewusstseins sei der geeignete Weg, so Lime.

Fahrtauglichkeitstest für E-Scooter

Fahrtauglichkeitstest für E-Scooter

Grund dafür, sich verstärkt über die Fahrsicherheit Gedanken zu machen, gibt es mehr als genug. Im vergangenen Jahr gab es alleine in Köln mehr als vierhundert Unfälle, an denen E-Scooter-Fahrer und -Fahrerinnen beteiligt waren. Achtzig Unfälle im vergangenen Jahr führt die Polizei auf den Konsum von Alkohol zurück. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren, allerdings hat auch die Zahl der Scooter-Nutzungen insgesamt deutlich zugenommen.

Aus Sicht der Polizei ist der Fahrtauglichkeitstest eine sinnvolle Maßnahme. Das gelte für alles, was das Führen eines E-Scooters unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss verhindere.