Duisburg plant Pfandsystem statt Pappbecher

Duisburg plant Pfandsystem für Getränkebecher

Duisburg plant Pfandsystem statt Pappbecher

Von Lisa Mathofer

Mehrweg statt Einweg: Die Stadt Duisburg will ein einheitliches Pfandsystem für Getränkebecher einführen und so umweltschädlichen Müll reduzieren. Bäckereien, Tankstellen oder Imbissbuden sollen daran teilnehmen.

Die braunen Pappbecher stapeln sich auf der Kaffee- und Teemaschine der Mensa. Rechts daneben sind bunte Stapel aufgereiht - aus Plastikbechern, die mehrfach genutzt werden können.

Alternative zum Einwegbecher

Seit September 2016 bietet die Universität Duisburg-Essen ihren Studenten diese umweltfreundlichere Alternative zum Einwegbecher. Getränke aus dem Pappbecher kosten 20 Cent mehr, der Mehrwegbecher kostet einen Euro Pfand, die Getränke sind dafür günstiger.

Wer seinen eigenen Becher mitbringt, spart zehn Cent pro Getränk. "Ich nehme definitiv lieber den Mehrwegbecher oder meinen eigenen. Der Preis ist ein netter Anreiz, aber es ist definitiv auch der gute Hintergedanke dabei", sagt Elias Karfreitag, Student der Universität.

Becher bis zu 400 Mal wiederverwendbar

Eine Idee, die auch die Stadt Duisburg umsetzen möchte: In Bäckereien, Cafés, Imbissbuden oder Tankstellen. Wer sein Getränk im Mehrwegbecher beim Bäcker kauft, soll ihn gegen Pfand etwa an der nächsten Tankstelle wieder abgeben können.

Am Montag (11.06.2018) stellten die Mitglieder des städtischen Umweltausschusses dem Duisburger Rat dieses Konzept vor. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatten das Konzept vorgeschlagen – die Stadtverwaltung soll nun klären, ob ein solches Pfandsystem in Duisburg möglich ist. Jeder Plastikbecher kann bis zu 400 Mal wiederverwendet werden, erklärten die Grünen in ihrem Antrag.

Nur eine Frage des Wollens?

"Wir sind positiv überrascht, das Angebot wird von den Studenten gut angenommen. Wir haben einen Rückgang der Einwegbecher von 50 Prozent", sagt Harald Ganschow, Bereichsleiter der Gastronomie an der Universität Duisburg-Essen. Ein Verzicht auf die Einwegbecher klappt auch an der Mensa noch nicht ganz, gerade wenn Studenten und Dozenten es eilig haben.

Trotzdem glaubt Ganschow, dass das Konzept auch in anderen Duisburger Gastronomiebereichen funktionieren kann. Die Duisburger Bürger sind geteilter Meinung. Eine gute Idee sei es schon, finden viele. "Das ist nur eine Frage des Wollens, nichts wie ran", sagt Georg Markfort.

Es bleiben Zweifel

Ob sich der Umstieg auf Mehrwegbecher wirklich überall durchsetzen kann - daran zweifeln einige. "Die großen Imbisskonzerne sind so profitorientiert, so ein Pfandsystem kostet nun mal ein bisschen mehr Geld, ich glaube da nehmen die lieber Einweg", ist Holger Bendert überzeugt.

Stand: 13.06.2018, 16:04