Duisburg: Kampf gegen Masern geht weiter

Duisburg: Kampf gegen Masern geht weiter

  • Stadt Duisburg kämpft mit Ausbruch der Masern
  • Zahl der Erkrankten auf über 240 gestiegen
  • Kinderärzte rufen zum Impfen auf

Auf einer Infektionslandkarte des Landeszentrums Gesundheit sticht Duisburg deutlich rot hervor. Statistiken belegen, dass mehr als 90 Prozent der landesweit bekannten Masernfälle aus der Ruhrstadt gemeldet wurden.

Grund sind Zuwanderung und Impfmüdigkeit

Ein Grund sind laut Gesundheitsamt die vielen Zuwanderer, die in der Stadt leben – sie sind oft nicht geimpft. Etwa die Hälfte der über 240 Erkrankten sind demnach Menschen aus anderen Ländern. Für sie stehe hier der Krankenversicherungsschutz nicht zur Verfügung und könnten deshalb nicht zum Kinderarzt, um sich impfen zu lassen. Die andere Hälfte der Erkrankten sind Deutsche. Auch da sei man nicht komplett geschützt, was laut Gesundheitsamt unter anderem an der Impfmüdigkeit liegt.

Impfungen helfen gegen Masern

"Gutes Wetter und Schulferien sind Ansätze, wo solche Infektionsketten abreißen", sagt Dieter Weber. Er ist Leiter des Duisburger Gesundheitsamtes. Ein Ende der Masernerkrankungen gebe es aber vor allem, wenn man einen Impfschutz von 95 insgesamt Prozent erreiche.

Grund zur Panik gibt laut Weber nicht. "Es ist keine Flächendeckende Ausweitung der Erkrankung." Zwar würden auch aus anderen NRW-Städten weitere Fälle gemeldet. Es sei aber immer noch eine relativ lokales Problem. Die Stadt versucht mit mehrsprachiger Aufklärung und kostenlosen Impfangeboten gegenzusteuern. Wer sich schützen will, sollte seinen Impfschutz überprüfen. "Immer in den Impfausweis gucken. Zweimal muss MMR drin stehen, oder MMRV". Bei wem das nicht der Fall ist, sollte sich nachimpfen lassen.

Stand: 21.04.2017, 19:33