Duisburger Mafia-Ermittlungen dauern an

Polizisten stehen am 05.12.2018 in einem Eiscafé im Citypalais in der Duisburger Innenstadt

Duisburger Mafia-Ermittlungen dauern an

  • Viele Mafia-Verdächtige in U-Haft
  • Ermittlungen auch gegen mutmaßliche Maulwürfe
  • Duisburger Ermittler federführend

Die Duisburger Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem europaweiten Schlag gegen die italienische Mafiaströmung ´Ndrangheta noch gegen mehr als 50 Verdächtige. Das teilte die Behörde auf WDR-Anfrage mit. Sie war bei der Aktion vor mehr als einem Jahr mit federführend.

Acht Verdächtige sitzen in U-Haft

Acht Verdächtige sitzen demnach in U-Haft. Sie kommen unter anderem aus Duisburg, Mönchengladbach, Grevenbroich und Köln. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird ihnen bandenmäßiger Handel mit Drogen sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Zeitgleich laufen auch die Ermittlungen gegen fünf mutmaßliche Maulwürfe weiter. Unter anderem eine frühere Mitarbeiterin der Stadt Duisburg soll dem Verdacht nach Geheimnisse an die ´Ndrangheta verraten haben.

Die Operation "Pollino"

Im Dezember 2018 waren in mehreren Ländern hunderte Polizisten, Spezialkräfte und Staatsanwälte gegen die ´Ndrangheta vorgegangen. Die sogenannte Operation "Pollino" war nach damaligen Angaben der Behörden die umfangreichste ihrer Art überhaupt in Europa.

In Deutschland spielte die Duisburger Staatsanwaltschaft dabei eine wichtige Rolle. Ermittlungen gab es aber auch in anderen Städten. So läuft momentan vor dem Landgericht Köln ein Prozess um mutmaßlichen Kokainhandel. Auch er ist eine Folge der Operation "Pollino".

Die Duisburger Mafiamorde

Die Mafiaströmung ´Ndrangheta war 2007 durch ein besonders brutales Verbrechen bekannt geworden. Wegen einer Fehde wurden damals sechs Männer vor einem Duisburger Restaurant erschossen.

Die Rache der 'Ndrangheta Aktuelle Stunde 15.08.2012 04:48 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR

Stand: 11.02.2020, 06:30