Loveparade-Prozess in Duisburg: Ex-Angeklagter zeigt Richter an

Loveparade-Prozess in Duisburg: Ex-Angeklagter zeigt Richter an 02:38 Min. Verfügbar bis 26.02.2020

Loveparade-Prozess in Duisburg: Ex-Angeklagter zeigt Richter an

Von Benjamin Sartory

  • Ex-Angeklagter zeigt mehrere Richter an
  • Der frühere Dezernent sieht seine Unschuld bestätigt
  • OLG habe Prozess wegen gesellschaftlichen Drucks zugelassen

Im Strafverfahren um das Loveparade-Unglück mit 21 Toten hat ein Ex-Angeklagter nach WDR-Informationen mehrere Richter des Oberlandesgerichtes Düsseldorf angezeigt. Er sagt, dass vor allem auch gesellschaftlicher und politischer Druck zu seiner Anklage geführt haben.

Konkret meint der Mann unter anderem eine Online-Petition von Hinterbliebenen des Loveparade-Unglücks. Die hatten mithilfe von rund 360.000 digitalen Unterschriften das Oberlandesgericht aufgefordert, den Prozess doch noch zu eröffnen.

Ex-Angeklagter zeigt mehrere Richter an

WDR aktuell 26.02.2019 01:02 Min. Verfügbar bis 26.02.2020 WDR 2 Von Benjamin Sartory

Landgericht Duisburg wies Anklage zunächst ab

Der frühere Dezernent der Stadt Duisburg sollte schon nach dem Unglück mit weiteren Beschuldigten angeklagt werden. Das Landgericht Duisburg sah aber nicht genügend Anhaltspunkte für eine Schuld und wies die Klage ab. Das Oberlandesgericht Düsseldorf ließ sie dann aber doch zu.

Ex-Angeklagter wirft Richtern Rechtsbeugung vor

Auf insgesamt sieben Seiten führt der ehemalige Duisburger Stadtmitarbeiter weitere Argumente auf. So hätten sich die Richter vor dem Oberlandesgericht nicht mit seinen Verteidigungsargumenten befasst. Juristisch wirft er ihnen Rechtsbeugung vor.

Beim Prozess um das Duisburger Loveparade-Unglück waren vor knapp drei Wochen die Verfahren gegen ihn und sechs weiteren Angeklagten eingestellt worden. Die Richter gehen bei ihnen - wenn überhaupt - nur von einer geringen Schuld aus.

Prozess läuft weiter

Drei andere Angeklagte hatten eine Einstellung abgelehnt - sie wollen einen Freispruch erreichen. Gegen sie geht der Prozess weiter.

Loveparade-Prozess: Recht oder Gerechtigkeit? Westpol 10.02.2019 UT DGS Verfügbar bis 10.02.2020 WDR

Stand: 26.02.2019, 10:41

Kommentare zum Thema

9 Kommentare

  • 9 Beobachter 27.02.2019, 06:33 Uhr

    Der ehemalige Angeklagte namentlich HR. Dressler sollte vielleicht überlegen ob er anstatt sich auf sein Verweigerungsrecht zu berufen hätte er doch Aufklärung bringen können was er allerdings nicht getan hat.sich nun darüber zu empoeren das Betroffene und Hinterbliebene mit der Petition u.a. dafür gesorgt haben das der laufende Prozess nun wenigstens ein wenig Aufklärung bringt. Auch ist seine Annahme vollkommen falsch das eine Einstellung nach 153 einem Unschuld Beschluss gleich kommt.ich kann mir auch vorstellen das hr.dressler wenn er nun als Zeuge befragt wird von der Nebenklage erhebliche Fragen gestellt bekommt.in meinen Augen spiegelt sich dieses Verhalten als Gesamtbild des Handelns des früheren Leiter des Bauamtes wieder.

    Antworten (1)
    • Pruhrdukt 27.02.2019, 17:06 Uhr

      Woher wissen Sie, dass der Strafantrag eine Empörung über die Petition beinhaltet? Kennt jemand den Strafantrag? Oder was ist die Grundlage der Kritik?

  • 8 Groh 27.02.2019, 01:46 Uhr

    Warum besuchen die mich nicht einfach?

  • 7 Planschmidt 27.02.2019, 00:17 Uhr

    Ihr wart mir zuloveparade Einer? Tausende! Waren wir 3&7sind21mal

  • 6 Gabbriel Pagel 26.02.2019, 22:52 Uhr

    Es ist so lange her und man sollte es jetzt mal gut sein lassen, es war ein Unglück, es gibt so viel schlimmeres....

  • 5 Pruhrdukt 26.02.2019, 20:42 Uhr

    Wenn es nur um „Genugtuungsstrafrecht“ (BGH -Richter Thomas Fischer) und nicht um Strafrecht geht, dann kritisiert man den Klagenden. Ist man selbst durch Willkür von Justiz und Polizei betroffen, dann geht’s eben einfach anders herum.

  • 4 Houdini 26.02.2019, 16:41 Uhr

    Der arme Mann kann sich bei Sauerland und Schaller ausweinen und Trost holen. Die beiden hatten ja auch mit “Verantwortung“ überhaupt nichts zu tun. Es reicht : Als Duisburger kann man sich mittlerweiler nur noch schämen. Wie heißt es doch: Jeder bekommt das was er verdient, früher oder später. Bis später!!!!

  • 3 Venceremos 26.02.2019, 16:19 Uhr

    Eigentlich trägt doch wirklich jeder, der mit der Sicherheit der Besucher dieser unsäglichen Veranstaltung zu tun hatte, einen Teil der Gesamtschuld...selbst "Dezernenten", die etwas auch "nur" mit ihrer Unterschrift erlaubt oder durchgewunken haben... Dass leider dieses Gericht nicht in der Lage war, wirklich zeitnah die am meisten Schuldigen an ihren Schlipsen zur Verantwortung zu ziehen, sei dahin gestellt, aber dass ein ehemaliger Angeklagter nicht einfach nur ganz für sich allein froh sein kann, dass er dafür nicht büssen muss, sondern jetzt einen auf "Opfer" macht, lässt ziemliche Rückschlüsse auf die Moral dieses Menschen zu... Jeder mit ein klein wenig Mitgefühl für das Leid, was dadurch über so viele bis heute gekommen ist, schämt sich wohl für solche Reaktionen...zu recht...

    Antworten (1)
    • Anton 27.02.2019, 01:40 Uhr

      Warum du mit einem halben Trottel der hinter meinem Rücken fehlt sprichst wenn du mich meinst,zeigt mir nicht was mir fehlt,aber was übrig bleiben kann.Du vereinbarst still mit mir was andere möchten. Du spielst auf mein Risiko mit Leuten deiner Wahl.Warum sollten die etwas von Dir wollen?WISO können Sie deine Aufgaben Dir abnehmen? Woher nimmst du das Recht an Wort und Bild meiner Person für Geschäfte dieser Art und wer sollte sich noch Dir gegenüber richtig verhalten müssen?????

  • 2 Mark 26.02.2019, 16:00 Uhr

    Man kann den Dezernenten nicht belangen. So einfach ist das.

  • 1 Max 26.02.2019, 14:59 Uhr

    So etwas war zu erwarten. Der ganze Prozess gegen die angeblich Verantwortlichen war ein Politikum.

    Antworten (1)
    • Higi 26.02.2019, 15:38 Uhr

      Mittlerweile grenzt das ganze an Geschmacklosigkeit. Wir sprechen von 21 Toten und keiner ist schuld.Jetzt sind wohl die Funktionäre die Opfer.Ich finde da keine Worte mehr für.