Prozess um Rizinbombe: Kölner Angeklagte schweigen

Angeklagter verdeckt sein Gesicht, wird von der Polizei begleitet

Prozess um Rizinbombe: Kölner Angeklagte schweigen

Von Jochen Hilgers

  • Laut Anklage produzierten Täter in Köln hochgiftiges Rizin
  • Angeklagte schweigen bislang im Prozess
  • Biologische Bombe sollte an belebtem Platz explodieren

Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht hat am Freitag (07.06.2019) der Prozess gegen einen 30-Jährigen und seine 43-jährige Ehefrau aus Köln begonnen. Sie sollen einen islamistisch motivierten Bombenanschlag mit hochgiftigem Rizin vorbereitet haben.

Prozess um Rizinbombe WDR aktuell 07.06.2019 01:45 Min. Verfügbar bis 07.06.2020 WDR

Am ersten Verhandlungstag im Gerichtsaal verbirgt der Angeklagte sein Gesicht. Er und seine mitangeklagte Frau schweigen. Damit fußt die Anklage lediglich auf Zeugenaussagen und Sachbeweisen.

Davon glaubt die Generalbundesanwaltschaft, genug zusammengetragen zu haben. Sie könne beweisen, dass das Paar eine ausreichende Menge des hochgiftigen Rizin in ihrer Wohnung in Köln-Chorweiler produziert hatte, um damit so viele Ungläubige wie möglich töten zu können. Der Prozess im Hochsicherheitstrakt des OLG Düsseldorf soll bis Ende August dieses Jahres dauern.

Rizin - gefährliches Gift

WDR 5 Leonardo Top Themen 14.06.2018 05:37 Min. Verfügbar bis 13.06.2023 WDR 5

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Es geht um den Vorwurf der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Laut Anklage soll der 30-jährige Tunesier unter Mithilfe seiner deutschen Ehefrau mit hochgiftigem Rizin experimentiert haben. Aus Sicherheitsgründen hatten Polizei, Feuerwehrleute und Chemiker bei den Ermittlungen in der Wohnung in Chorweiler Schutzanzüge getragen.

Tatvorbereitung war beinahe abgeschlossen

Das hochgiftige Rizin, gewonnen aus 3.000 Rizinussamen, war laut Ermittlern bereits hergestellt. Das Gift sollte an einem geschlossenen und belebten Ort mithilfe einer Splitterbombe gezündet werden. Die Anleitung dazu gab es wohl im Netz.

Geheimdienst gab Hinweise auf geplanten Anschlag

Verdächtiger wird abgeführt

Verdächtiger bei seiner Festnahme

Die Bestellung der Rizinussamen im Netz blieb jedoch nicht unbemerkt. Sie fiel einem ausländischen Geheimdienst auf, der den Hinweis an die deutschen Behörden weitergab.

Ob der 30-Jährige zum Zeitpunkt seiner Verhaftung dem sogenannten IS angehörte, soll unklar sein. Laut Generalbundesanwaltschaft steht wohl fest, dass er ins Kampfgebiet reisen wollte.

In Leichter Sprache: Rizin-Fund in Köln

Jahres·rückblick 2018 17.12.2018 02:39 Min. Verfügbar bis 17.12.2019 WDR.de

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Stand: 07.06.2019, 12:41